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Schaeffler kämpft gegen Krise: 700 Stellen in Schweinfurt bedroht!

Der Automobilzulieferer Schaeffler plant einen weiteren Stellenabbau in seinem Werk in Schweinfurt. Dies wurde bereits im November 2024 angekündigt und umfasst insgesamt 4.700 Jobverluste, von denen 2.800 in Deutschland betroffen sind. Laut Angaben der IG Metall könnten in Schweinfurt 700 Arbeitsplätze wegfallen, während die Unternehmensführung Maßnahmen zur Reduzierung von Maschinen und Anlagen in der Schmiede plant. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfuhren bei Versammlungen am 6. März von der Streichung von 90 weiteren Stellen. Diese Entwicklungen wurden von der IG Metall als „Schlag ins Gesicht für die Beschäftigten“ bezeichnet, während der Betriebsrat gemeinsam mit der IG Metall klare Kommunikation über zukünftige Entwicklungen fordert.

Bereits im Januar 2024 waren Maßnahmen zur Vermeidung von Stellenabbau vereinbart worden. Schaeffler meldete für das Jahr 2024 einen Verlust von 632 Millionen Euro, während das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahr um fast eine Milliarde Euro gesunken ist. Die Netto-Finanzschulden stiegen auf rund 4,8 Milliarden Euro. Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich Schaeffler optimistisch in Bezug auf die E-Mobilität, die Unternehmensführung betrachtet E-Technologie als Schlüsseltechnologie der Zukunft. Gleichzeitig wird die Zollpolitik der USA als beherrschbar eingeschätzt.

Details zum Stellenabbau in Schweinfurt

Wie inFranken.de berichtete, kündigte Schaeffler im Jahr 2024 den Abbau von 700 Stellen in Schweinfurt an. Der Betriebsratsvorsitzende Jürgen Schenk bezeichnete diesen Schritt als den größten Angriff auf den Standort seit Jahren. Ein Kompromiss zwischen IG Metall und dem Arbeitgeber zielt darauf ab, die Auswirkungen der Stellenstreichungen im wirtschaftlich herausfordernden Jahr 2025 zu minimieren, wobei der Stellenabbau nicht so schnell erfolgen soll wie ursprünglich geplant. Ursprünglich war ein Abbau für Mitte 2025 vorgesehen. Während in Schweinfurt die Kurzarbeit enden soll, betrifft dies nicht alle Beschäftigten.

Die seit Sommer 2024 geltende Arbeitszeitverkürzung endet am 31. März 2025, mit Ausnahmen für bestimmte Bereiche, während produktionsnahe Serviceleistungen weiterhin in Kurzarbeit bleiben. Mitarbeiter in Forschung, Entwicklung und Administration können wöchentlich drei Stunden weniger arbeiten und Teile ihres Lohns in freie Tage umwandeln. Schaeffler hat zudem zugesichert, im Jahr 2025 keine Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Befristete Arbeitsverträge sollen weitgehend erhalten bleiben, und es wird ein freiwilliges Ausstiegsprogramm mit Aufhebungsverträgen sowie erweiterter Altersteilzeit angeboten. Der deutschlandweite Stellenabbau von 2800 Arbeitsplätzen soll überwiegend durch natürliche Fluktuation und Freiwilligenprogramme umgesetzt werden. Neue Stellen werden in erster Linie intern besetzt, und Schaeffler investiert in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeitenden in Deutschland und Europa.