
Die Kriminalitätsstatistik für 2024 in Schleswig-Holstein zeigt einen besorgniserregenden Anstieg von Messerangriffen. Insgesamt wurden in diesem Jahr 1.187 solcher Angriffe registriert, was einen Anstieg um 12,3 Prozent im Vergleich zu 2023 darstellt. Bei diesen Vorfällen kamen drei Menschen ums Leben, und es gab insgesamt 1.508 Opfer, darunter 62 mit schweren und 308 mit leichten Verletzungen. Dies geht aus einem Bericht von NDR.de hervor.
Die allgemeine Kriminalitätslage hat sich ebenfalls verschärft, mit einer Gesamtzahl von 213.417 erfassten Straftaten, was einen Anstieg von 8,7 Prozent darstellt. Die Aufklärungsquote der Straftaten stieg auf 60,6 Prozent – der höchste Wert seit einem Jahrzehnt. Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack plant Maßnahmen zur Bekämpfung der Messerangriffe, darunter die Einführung von Messerverbotszonen.
Weitere Details zur Kriminalitätsentwicklung
Die Statistiken weisen darauf hin, dass 57 Prozent der Tatverdächtigen deutsche Staatsbürger sind, während 43 Prozent keinen deutschen Pass besitzen. Im Bereich der häuslichen Gewalt wurden 9.360 Opfer registriert, was einem Anstieg von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Hierbei gab es 71 schwer Verletzte und sieben Todesfälle. Die Polizei verzeichnete zudem 4.048 gewalttätige Vorfälle gegen die eigenen Beamten, ein Anstieg um 14 Prozent im Vergleich zu 2023.
Die Zahl der Eigentumsdelikte sank um 3,3 Prozent auf 69.473 registrierte Fälle. Dennoch stiegen die Einbruchsdiebstähle aus Kellern und Dachböden um 34,7 Prozent, während bei Wohnungseinbrüchen ein Rückgang um 9,6 Prozent auf 2.957 Fälle festgestellt wurde. Die neuen Erfassungsmethoden zur Tatverdächtigenbelastungszahl ergaben, dass es 2.053 Tatverdächtige pro 100.000 Einwohner in Schleswig-Holstein gibt. Dieser Wert ist besonders hoch bei Tatverdächtigen ohne deutschen Pass, die 43,1 Prozent der Gesamtzahl ausmachen, wie Sueddeutsche.de berichtet. Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt zudem, dass die Gewaltkriminalität um 3,6 Prozent auf 6.712 Fälle gestiegen ist, der höchste Wert seit zehn Jahren.