
Die Diskussion um den Import von Spargel hat in Deutschland an Intensität gewonnen. Das Thema ist besonders brisant, da die Spargelsaison traditionell Ende April beginnt, während importierter Spargel bereits seit März erhältlich ist. In diesem Zusammenhang berichtet Merkur, dass der Netto-Supermarkt Spargel aus Griechenland und Peru anbietet. Eine Kundin hat dies auf Social Media zur Sprache gebracht und kritisierte, dass Obst und Gemüse oft um die halbe Welt reisen müssen.
In einigen Regionen Deutschlands war bereits am Wochenende des 22./23. März heimischer Spargel erhältlich. Die Meinungen über importierten Spargel sind geteilt. Während einige Verbraucher die Verfügbarkeit das ganze Jahr über begrüßen, gibt es auch Kritiker, die den Geschmack und die Notwendigkeit für frühzeitig verfügbaren Spargel in Frage stellen. Netto ist nicht der einzige Anbieter von Spargel außerhalb der deutschen Saison; auch andere Supermärkte und Discounter bieten saisonfremden Spargel an. Zudem werden die Herkunft und die Saisonalität von Lebensmitteln, wie etwa Erdbeeren aus Spanien, zunehmend hinterfragt.
Aktuelle Importstatistiken für Spargel
In einem weiteren Kontext lieferte Destatis interessante Statistiken zu Spargelimporten in Deutschland. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 19.300 Tonnen Spargel importiert, was einen Rückgang von über 2 % im Vergleich zu 2022 darstellt. Der Großteil der Importe (86 %) fand zwischen März und Juni statt. Die wichtigsten Herkunftsländer waren Griechenland (28 %), Spanien (27 %), Italien (18 %), Mexiko (9 %) und Peru (7 %).
Obgleich die Spargelernte in Deutschland 2023 mit 111.900 Tonnen fast das Sechsfache der Importe beträgt, blieb die Erntemenge auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau (+1,4 % im Vergleich zu 2022). Gleichzeitig sank die Anbaufläche für Spargel um über 4 % auf 20.400 Hektar, was den niedrigsten Stand seit 2014 darstellt.
Mit einem Anstieg der ökologisch bewirtschafteten Anbaufläche um 3 % auf knapp 1.700 Hektar bleibt Spargel trotz dieser Herausforderungen das Gemüse mit der größten Anbaufläche in Deutschland, gefolgt von Speisezwiebeln und Karotten. Dennoch zeigte sich ein Preisverfall: Im April 2023 waren die Erzeugerpreise für Spargel im Vergleich zu Mai 2023 um 34,6 % höher, aber um 9,9 % niedriger als im April 2022.