
Die Radbrücke West in Tübingen, die im Oktober 2022 eröffnet wurde, kostet insgesamt 16 Millionen Euro und soll Radfahrern die Überquerung der Bahngleise erleichtern. Sie verbindet den Stadtteil Derendingen mit der Europastraße, dem Hauptbahnhof und der Altstadt. Ein besonderes Merkmal der Brücke ist ihre Heiztechnik, die jedoch nicht wie vorgesehen funktioniert. Derzeit muss die Heizung manuell eingeschaltet werden, anstatt automatisch zu starten, wodurch Stadtmitarbeiter den Radweg auf Eis kontrollieren und die Heizung per Hand aktivieren müssen.
Um die Situation zu verbessern, wird eine Übergangslösung mit zwei externen Temperatursensoren geplant. Die installierende Firma ist bereits auf der Suche nach dem Fehler, der die Heizung betrifft, und die Reparaturarbeiten fallen unter die reguläre Gewährleistung, sodass keine zusätzlichen Kosten entstehen. Ein erster Vorfall ereignete sich im Januar, als es bei Blitzeis zu einem Unfall auf der Brücke kam. Zudem gab es mehrere Beschwerden über vereiste Stellen, die an die Stadt gerichtet wurden.
Feierliche Eröffnung und Nutzung
Die feierliche Eröffnung der Radbrücke West fand mit mehreren Hundert Besuchern statt, die die Brücke gemeinsam mit Oberbürgermeister Palmer überquerten. Die Feier wurde durch eine Musikband und farbenfrohe Elemente gestaltet. Die Brücke soll die frühere Notwendigkeit von Umwegen über den Bahnhof oder die B28 beseitigen und ist ausdrücklich für Radfahrende ausgelegt, während Fußgänger von der Nutzung abgeraten werden, um den Blick auf das Schloss Hohentübingen zu genießen.
Die Heizkosten der Brücke belaufen sich auf etwa 300.000 Euro, und die Heizung ist dazu gedacht, die Lebensdauer der Brücke auf bis zu 100 Jahre zu erhöhen, indem die Fahrbahn auf zwei bis drei Grad erhitzt wird, um Glatteisbildung zu verhindern. Die Radbrücke ist Teil des Radverkehrskonzepts 2030 der Stadt Tübingen, das darauf abzielt, ein lückenloses Radverkehrsnetz zu schaffen und mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen. Bislang sind insgesamt vier Radbrücken in der Stadt geplant, von denen nur noch eine in Lustnau fehlt, deren Fertigstellung bis Mitte 2025 erwartet wird.