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Wiesbaden setzt Zeichen gegen Rassismus: Große Aktionswoche gestartet!

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) setzt Wiesbaden ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Die Büchergilde Wiesbaden präsentiert eine Ausstellung mit Illustrationen Schwarzer Persönlichkeiten aus Deutschland und weltweit, die von begleitenden Büchern dieser Persönlichkeiten ergänzt wird. Die Aktionswoche, die am Montag, den 17. März, begann, steht unter dem Motto „Menschenwürde schützen“ und endet am 30. März. Insgesamt sind über 5.000 Veranstaltungen bundesweit geplant, um das Bewusstsein für Menschenwürde zu stärken.

Der Fokus der IWgR 2025 liegt auf dem Thema „Demokratie Leben in Wiesbaden“. Die Fach- und Koordinierungsstelle engagiert sich für eine demokratische und vielfältige Stadtgesellschaft, während Kooperationspartner Zeichen gegen Diskriminierung und für ein respektvolles Miteinander setzen. Die Ausstellung zeigt Persönlichkeiten wie bell hooks, Natasha A. Kelly, Emilia Roig und Hadija Haruna-Oelker und wurde von einer Wiesbadener Bürgerin im Rahmen des „Archivs Schwarzer Persönlichkeiten und Geschichten of Color“ realisiert.

Zentrale Veranstaltung mit Journalistin Gilda Sahebi

Als zentrales Highlight der Aktionswoche wird die Journalistin Gilda Sahebi eine Veranstaltung leiten, in der sie rassistische Denkmuster analysiert. Die Themen umfassen die Entstehung rassistischer Denkmuster, historische Kontinuitäten und den notwendigen Durchbruch dieser Muster. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, und veranstaltet wird sie von den Organisationen Spiegelbild – politische Bildung aus Wiesbaden e.V., Evangelisches Dekanat, Schlachthof Wiesbaden e.V. sowie der Fach- und Koordinierungsstelle Demokratie Leben in Wiesbaden. Die Organisatoren rufen die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, an den Veranstaltungen teilzunehmen und aktiv für eine demokratische Gesellschaft zu wirken. Weitere Informationen sind auf der Webseite www.demokratie-leben-in-wiesbaden.de erhältlich.

Gilda Sahebi, die auch Politikwissenschaftlerin und Autorin ist, hat sich intensiv mit dem Thema Rassismus und dessen gesellschaftlicher Verankerung auseinandergesetzt. In ihren Ausführungen stellte sie fest, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, ihre eigenen rassistischen Denkmuster anzuerkennen. Dies sei besonders herausfordernd in der deutschen Identität, die stark durch das Narrativ „Wir gegen die“ geprägt sei. Sahebi hebt hervor, dass Rassismus als Herrschaftsinstrument fungiert, um Mehrheiten und Minderheiten zu spalten.

Ihre jüngste Buchveröffentlichung, die ursprünglich den Titel „Deutschland und das R-Wort“ trug, wurde in „Wie wir uns Rassismus beibringen“ umbenannt. Sahebi appelliert an die Gesellschaft, sich mit ihren eigenen Schattenseiten auseinanderzusetzen, um den Prozess der Selbstreflexion einzuleiten. Auf diese Weise kann ein kritischer Diskurs über Rassismus in Deutschland gefördert werden, der sowohl in politischen Strukturen als auch in individuellen Einstellungen verankert ist, wie in einem Bericht von der taz nachzulesen ist.