Greifswald

Hundeausnahmezustand in Pasewalk: Rettung nach grausamer Tierhaltung!

Am Neujahrstag wurden sechs Hunde in Stiftshof bei Pasewalk beschlagnahmt. Der Amtstierarzt Holger Vogel bestätigte, dass die Hunde älter sind als zunächst angenommen, mindestens ein Jahr alt. Die Tiere wurden von einem Tierarzt untersucht und zeigen erste Fortschritte in der Pflege. Eine Vermittlung an Pflegepersonen könnte innerhalb der nächsten Tage erfolgen, da sich bereits viele Interessenten gemeldet haben. Bis zur endgültigen Vermittlung bleiben die Hunde im Quarantäne-Zwinger in Anklam untergebracht.

Die Hunde wurden zusammen mit verendeten Tieren und mehreren Kaninchen auf zwei Grundstücken eines Ehepaares gefunden. Laut Holger Vogel handelt es sich hierbei um Animal Hoarding, ein Verhalten, bei dem Tiere in einer nicht artgerechten Umgebung gehalten werden. Das Veterinäramt Vorpommern-Greifswald hat eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet, und die Polizei ermittelt gegen die Tierhalter.

Aufdeckung katastrophaler Zustände

Bereits Anfang Dezember wurden Anwohner aus Pasewalk auf katastrophale Zustände auf einem Grundstück aufmerksam und informierten die Tierrettung Vorpommern-Greifswald. Bei einer Begehung wurden zahlreiche unterernährte und kranke Tiere entdeckt, darunter drei Hunde und drei Kaninchen, die tot und mumifiziert waren. Überlebende Tiere wurden daraufhin in die Obhut der Tierrettung gegeben.

Bei einer weiteren Untersuchung fanden die Polizei und Tierrettung neun Hunde, darunter sechs Welpen, in einem Gartenhaus. Alle beschlagnahmten Hunde waren stark unterernährt. Ein gelähmter Welpe mit unbehandelten Hautentzündungen wurde ebenfalls gefunden. Kaninchenkäfige waren verdreckt und ohne Futter oder Wasser, ein totes Kaninchen lag zwischen lebenden Artgenossen. Die mumifizierten Tiere werden obduziert, um die Vernachlässigung nachzuweisen und mögliche Strafanzeigen wegen Tierquälerei zu unterstützen. Es wird zudem ein mögliches Tierhalteverbot gegen die Verantwortlichen geprüft.

Die beschlagnahmten Hunde befinden sich inzwischen in einer Pflegestelle des Vereins „Zweite Chance für Hunde“. Eine bundesweite Welle des Entsetzens folgte während des Falls, als 110 Personen zu einer Mahnwache in Ostdeutschland kamen. Auf dem Gelände wurden auch Schädelreste eines Hundes unter einem Laubhaufen gefunden, was die Dramatik des Vorfalls zusätzlich verdeutlicht.