
Die Stadtwerke Landsberg am Lech stehen seit einigen Monaten unter Druck, da sich im Kiesbett des Lechs zahlreiche Hygieneartikel und Müll, darunter Toilettenpapier, Binden, Tampons und Kondome, ansammeln. Diese Verunreinigungen kommen aus einem alten Regenwasserkanal, der nur bei Starkregenereignissen in das Regenüberlaufbecken am Postberg entlastet wird. Das Problem wurde bereits im Spätherbst 2024 bekannt, als Schmutzwasser ungeklärt in den Lech floss.
Die Stadtwerke haben begonnen, umfangreiche Untersuchungen durchzuführen, um die Ursachen für die Verunreinigungen zu identifizieren. Das große Kanalnetz mit einer Länge von 140 km und 3.500 Schächten erschwert jedoch die Fehlersuche erheblich. Zudem fehlen vollständige Pläne für einige der alten Regenwasserkanäle, was die Suche nach den Ursachen zusätzlich kompliziert macht. Regelmäßig sammeln die Stadtwerke Hygieneartikel aus dem Kiesbett.
Lokalisierung von Verstopfungen
Ende Dezember 2024 wurde ein Fehlanschluss im Bereich „Englischer Garten“ entdeckt und behoben. Dieser wurde jedoch nicht als die Hauptursache identifiziert. Vor drei Wochen gelang es den Stadtwerken, eine Verstopfung in sieben Metern Tiefe unter der Katharinenstraße als Hauptursache zu lokalisieren. Diese Verstopfung wurde durch eine Holzbohle in einem Schacht eines „Absturzbauwerkes“ verursacht, was zu einem Rückstau im alten Regenwasserkanal führte.
Um die Verstopfung zu beheben, wurde der Fremdkörper mit einem Fräsroboter entfernt. Die Reparatur der beschädigten Rohrleitung erfolgt in der letzten Märzwoche mittels Inlinerverfahren. Laut der unteren Naturschutzbehörde und dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim besteht kein weiterer Handlungsbedarf. Sie weisen darauf hin, dass die Verunreinigungen auch durch unsachgemäße Entsorgung von Hygieneartikeln am Ufer entstehen.
Die Kläranlage der Stadtwerke Landsberg spielt eine entscheidende Rolle im Entwässerungsmanagement der Stadt. Sie reinigt das Abwasser von rund 40.000 Bewohnern in Landsberg am Lech sowie angrenzenden Gemeinden und verarbeitet zusätzlich Abwasser von etwa 10.000 Einwohnern aus Industrie und Gewerbe. Die tägliche Menge an ankommendem Abwasser liegt bei über 10.000 Kubikmetern, die sich bei Regen auf bis zu 40.000 Kubikmeter steigern kann.
In den letzten Jahren wurde die Kläranlage modernisiert, um den neuesten technischen Standards zu entsprechen, und die Stadt Landsberg plant schrittweise Investitionen in einen zukunftsweisenden Ausbau der Kläranlage, wie stadtwerke-landsberg.de berichtet.