Weimar

Held des Kalten Krieges: Wie Stanislaw Petrow den Atomkrieg verhinderte

Am 26. September 1983 verhinderte Stanislaw Petrow, Oberstleutnant der sowjetischen Luftraumüberwachung, möglicherweise einen Atomkrieg. Petrow, der als Leiter der Satellitenüberwachung im neu in Betrieb genommenen Raketenfrühwarnzentrum bei Moskau fungierte, erhielt um 0:15 Uhr eine Computerwarnung über den angeblichen Start einer nuklear bestückten Interkontinentalrakete aus dem US-Bundesstaat Montana. Zu diesem Zeitpunkt war der Kalte Krieg in einer besonders angespannten Phase.

Die Alarmmeldung löste sofortige Entscheidungsdruck aus; Petrow hatte etwa 30 Minuten Zeit, um im Falle eines echten Angriffs einen Gegenschlag zu befehlen. Trotz der Dringlichkeit zögerte er und vermutete einen Computerfehler, da ein tatsächlicher Angriff normalerweise mehrere Raketen gleichzeitig umfassen würde. Letztlich meldete Petrow einen Fehlalarm und behielt seine Einschätzung bei. Nach 17 Minuten wurde bestätigt, dass keine Raketen gestartet worden waren, der Alarm war durch Sonnenstrahlenreflexion ausgelöst worden.

Geheime Heldentat und späte Anerkennung

Der Vorfall blieb lange geheim, und Petrow erhielt zunächst keine Anerkennung für seine Entscheidung. Tatsächlich wurde er 1984 aus dem Militär entlassen. Erst 1993, nach Bekanntwerden seiner Heldentat, erhielt er posthum verschiedene Ehrungen, einschließlich Auszeichnungen von UN-Generalsekretär Kofi Annan. Petrow, der 2017 verstarb, betrachtete seine Rolle als zufällig und nicht besonders bedeutend.

In Anlehnung an diese historischen Ereignisse hat Lukas Maisel einen Roman mit dem Titel „Wie ein Mann nichts tat und so die Welt rettete“ veröffentlicht, der sich mit Petrows Entscheidung und deren Folgen auseinandersetzt.

Für weiterführende Informationen zu diesem bedeutenden Vorfall und seinen Auswirkungen, besuchen Sie auch MDR und GEO.