DeutschlandLindau (Bodensee)

Lindau in der Schuldenfalle: Über 41 Millionen Euro bis 2028 zu tilgen!

Der Landkreis Lindau sieht sich mit einem besorgniserregenden Anstieg seiner Schulden konfrontiert. Laut Informationen von Schwäbische.de betrugen die Schulden Ende 2023 bereits knapp 10 Millionen Euro und steigen im Jahr 2024 auf 16,2 Millionen Euro an. Zusätzlich wird erwartet, dass weitere 2 Millionen Euro hinzukommen. Für das Jahr 2027 sind bereits Kredite in Höhe von 12 Millionen Euro und für 2028 weitere 10,4 Millionen Euro eingeplant. Bis 2028 wird der Landkreis insgesamt über 41 Millionen Euro tilgen müssen. Dies wird den Landkreis zu den überdurchschnittlich hoch verschuldeten in Bayern zählen lassen. Hauptursache sind die Kosten für den Neubau des Beruflichen Schulzentrums und einer Turnhalle in Lindau, deren Gesamtkosten auf 98,5 Millionen Euro geschätzt werden, wobei der Landkreis etwa 51 Millionen Euro tragen muss.

Bereits in einer ersten Einsparrunde wurden 24 Millionen Euro, also 20 Prozent der Ausgaben, gekürzt. Eine Sondersitzung des Kreistags zur Diskussion über weitere Einsparungen ist für den 15. Mai angesetzt. Der Baubeginn für den Neubau ist für das Frühjahr 2026 geplant, wobei die Vorarbeiten in diesem Jahr beginnen sollen. Der Neubau wird auf dem Gelände neben dem aktuellen Gebäude stattfinden, das nach der Fertigstellung abgerissen werden soll. Jährlich besuchen über 2000 Schüler das Berufliche Schulzentrum, und dort sind etwa 133 Lehrkräfte sowie weiteres Personal beschäftigt. Landrat Elmar Stegmann (CSU) sieht in dem Projekt Potenzial für die lokale Bauwirtschaft und fordert eine Stärkung der kommunalen Finanzausstattung durch den Freistaat Bayern und die Bundesregierung.

Haushalt der Stadt Lindau

Zusätzlich zu den Problemen im Landkreis kämpft auch die Stadt Lindau mit steigenden Baukosten, Energiepreisen und Personalkosten, wie stadtlindau.de berichtet. Mit einem Schuldenstand von 115 Millionen Euro und fehlenden Einnahmen aus Grundstücksverkäufen ist ein hoher finanzieller Druck vorhanden. Die Stadt muss im Vermögenshaushalt Ausgaben von 40 Millionen Euro tätigen, während die Einnahmen lediglich 23 Millionen Euro betragen. Einsparungen von 1,54 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt sind dringend notwendig, und es wird angestrebt, die Neuverschuldung deutlich zu verringern.

Nachdem die Kämmerei Sparziele für die Ämter vorgegeben hat, wurden Einsparpotenziale identifiziert. Die Vorschläge wurden mit dem Kämmerer und der Oberbürgermeisterin abgestimmt. Während Zuschüsse für Vereine unangetastet bleiben, müssen nur zwei gewerbliche Vereine Einsparungen vornehmen. Wichtige Projekte wie die Grundschule Hoyern, die Kita Zech und der Bodenseeradweg befinden sich in der Umsetzungsphase. Ein Klimaschutzprojekt mit einem energetischen Quartierskonzept soll 2023 starten, mit einer erwarteten Förderung von 75 Prozent. Der Haushaltsentwurf für 2023 wurde dem Finanzausschuss vorgelegt, und die Beratungen finden am 7. und 8. Februar statt. Die Haushaltssitzung des Stadtrats ist für den 1. März angesetzt.