Berlin

Erdbebenchaos in Myanmar: Neun Millionen Menschen in höchster Not!

Aktuelle Berichte aus Myanmar schildern die verheerenden Auswirkungen eines Erdbebens der Stärke 7,7, das zahlreiche Regionen in einer der ärmsten Länder Südostasiens betroffen hat. Henry Braun, Landesdirektor der Welthungerhilfe in Myanmar, betont die katastrophalen Zustände, die rund neun Millionen Menschen betreffen. Nach dem Erdbeben müssen noch immer viele Leichen unter den Trümmern geborgen werden. Die Temperaturen erreichen in Myanmar beinahe 42 Grad, was das Risiko von Krankheiten und Seuchen erheblich erhöht.

Besonders dramatisch ist die Situation für die Menschen, die Zuflucht in Klöstern suchen, sowie auf Fußballfeldern und anderen Freiflächen campieren, um sich vor einstürzenden Gebäuden zu schützen. In dieser Notlage engagieren sich vor allem lokale Helfer, auch „Sandalenretter“ genannt, da professionelle Rettungsteams aufgrund von Zerstörungen und militärischen Kontrollen teilweise keinen Zugang haben. Braun hofft, dass die Militärregierung Hilfstruppen aus Thailand ins Land lässt, um die humanitären Bemühungen zu unterstützen.

Hilfsorganisationen und Unterstützung

Die Welthungerhilfe hat bereits 100.000 Euro bereitgestellt, um den betroffenen Menschen in Myanmar zu helfen. Braun erklärte, dass die Region bereits vor dem Erdbeben unter den Folgen eines Bürgerkriegs und schwerer Überschwemmungen litt, was die humanitäre Lage weiter verschärft hat. Angesichts der hohen Anzahl von 19,9 Millionen Menschen, die 2025 laut UN auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, ist eine schnelle und umfassende Unterstützung notwendig.

Die Organisation plant, ihre Hilfsangebote auszuweiten und prüft die Bereitstellung von Nahrungsmitteln, Bargeld und Hygieneartikeln. Lokale Dorfkomitees sollen dabei eine wesentliche Rolle in der Organisation der Ersten Hilfe spielen. Der Welthunger-Index 2024 zeigt, dass Myanmar auf Platz 74 von 127 Ländern rangiert, mit einem WHI-Wert von 15,7, was ein „mäßiges“ Hungerniveau widerspiegelt. Zudem sind 15,2 Millionen Menschen als ernährungsunsicher eingestuft und 3,5 Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben.

Die Welthungerhilfe ist seit 2002 in Myanmar aktiv und hat 2024 bereits 2,4 Millionen Euro in 16 Projekte investiert, die über 200.000 Menschen erreichten, so die Organisation. Sie gehört zu den größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland und arbeitet nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe, vom Notfallmanagement bis hin zu langfristigen Entwicklungsprojekten.