
Ein Auszubildender beim Tourist-Service in Schönberg steht im Verdacht, in nur sechs Wochen 38.187,55 Euro aus dem Tresor seines Arbeitgebers gestohlen zu haben. Der 21-Jährige begann seine Ausbildung zum Tourismus-Kaufmann am 1. August 2024 und erhielt zu Beginn die Kombination für den Tresor. Es wird angenommen, dass er vor Arbeitsbeginn nahezu täglich in den Tresor griff, was zu einem durchschnittlichen Diebstahl von etwa 6.300 Euro pro Woche führte. Der fortlaufende Fehlbetrag fiel anderen Mitarbeitern auf, was schließlich zu internen Nachforschungen führte. Laut der Staatsanwaltschaft verwendete der Azubi das gestohlene Geld unter anderem für den Kauf von teuren Handys und einem Laptop. Bisher hat er 31.000 Euro zurückgezahlt, sodass noch ein Betrag von 7.000 Euro offen ist.
Der Prozess findet vor dem Jugendgericht in Plön statt, wobei die Öffentlichkeit auf Antrag des Verteidigers ausgeschlossen wurde. Der Richter betonte, dass schutzwürdige Interessen des Angeklagten vorhanden seien, da er in seiner Heimatgemeinde angefeindet wurde. Ein Urteil steht noch aus, das Verfahren wird am 19. März mit der Vernehmung einer Zeugin fortgesetzt. Bürgermeister Peter Kokocinski äußerte sich nicht zu dem Vorfall, da der Angeklagte als Heranwachsender besonderen Schutz genießt. Nach den Vorfällen wurden zudem die Arbeitsabläufe beim Tourist-Service hinsichtlich des Tresors und des Bargelds überarbeitet, um zukünftige Diebstähle zu verhindern.
Weitere Vorfälle ähnlicher Art
In einem anderen Verfahren musste sich ein 21-Jähriger vor dem Jugendgericht in Zweibrücken verantworten, nachdem er über einen Monat hinweg dreimal Bargeld von einem älteren Kollegen gestohlen hatte. Zwischen dem 5. Februar und 6. März entwendete er 400, 70 und 20 Euro aus einem Rucksack, in dem das Portemonnaie des Kollegen aufbewahrt war. Der Angeklagte gestand die Taten und gab an, den Schaden sofort ersetzt zu haben, indem er mit dem Opfer zur Bank fuhr, um den Betrag abzuheben und zurückzugeben. Als Motiv führte er Geldprobleme an. Der Chef des Angeklagten kündigte ihm nach der Entdeckung des Diebstahls den Ausbildungsplatz. Der Angeklagte hatte bereits 350 Euro zurückgezahlt, 50 Euro stehen noch aus.
Die Staatsanwältin forderte in diesem Fall eine Geldauflage von 200 Euro nach Jugendstrafrecht. Der Verteidiger hielt eine Geldauflage für nicht zwingend erforderlich, bot aber an, die offenen 50 Euro zu bezahlen. Der Angeklagte pflegte ein gutes Verhältnis zu seiner Familie und hatte bereits eine neue Ausbildung begonnen. Richterin Sabrina Balz verurteilte ihn zu einer Geldauflage von 200 Euro, zahlbar in Raten à 20 Euro an den Kinderschutzbund.