Deutschland

Halle öffnet Schulsportanlagen: Freiheit für Freizeitsportler!

In Halle (Saale) wird ein Pilotprojekt gestartet, das Schulsportanlagen außerhalb der Unterrichtszeiten für Freizeitsportler zugänglich machen soll. Der Stadtrat beschloss in einer Sitzung mit 31 Ja-Stimmen, 5 Nein-Stimmen und 13 Enthaltungen, die Sportanlagen während der Ferien und am Wochenende der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Zentrale Unterstützer des Antrags sind die Fraktion Volt / MitBürger sowie die CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP/FREIE WÄHLER. Dubisthalle.de berichtete, dass entsprechende Schulsportanlagen von den Pilotschulen in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und Quartiersakteuren zeitweise zur Verfügung gestellt werden sollen.

Das Projekt zielt darauf ab, niedrigschwellige Sportangebote für Personen zu schaffen, die nicht Mitglied in Vereinen sind. In anderen Städten wie Köln, München und Leipzig wurden bereits ähnliche Projekte erfolgreich umgesetzt. Die Stadtverwaltung wird zudem den Kontakt zu diesen Kommunen suchen, um Erfahrungen auszutauschen. Bedenken, insbesondere hinsichtlich des Vandalismus, wurden geäußert, jedoch wird das Programm von den Ratsmitgliedern unterstützt, um die Nutzer zu „entkriminalisieren“, die derzeit auf unkonventionelle Weise, wie etwa über Zäune, Zugang suchen.

Bedarf an öffentlichen Sportangeboten in Halle

Wie Volt mit Bürger berichtete, ist der Bedarf an öffentlichen Sportangeboten in Halle hoch. Die ungenutzten Schulsportanlagen am Wochenende und in den Ferien zeigen den dringenden Bedarf an niedrigschwelligen Freizeitorten für junge Menschen. Eine Kinder- und Jugendstudie hat bereits den Bedarf an öffentlich zugänglichen Sportstätten festgestellt, da Sportangebote eine zentrale Rolle in der Freizeitgestaltung junger Menschen spielen und positive Effekte auf deren Gesundheit und psychisches Wohlbefinden haben.

Das Pilotprojekt wird regelmäßig evaluiert, und die Stadt will Anreize für die Schulleitungen prüfen, um die Nutzung der Anlagen zu fördern. Zudem wird vorgeschlagen, die baulichen Voraussetzungen für die öffentliche Nutzung bereits in die Planungen zu integrieren, um die sportlichen Aktivitäten noch attraktiver zu gestalten. Schüler*innen werden voraussichtlich die Hauptnutzer*innen der geöffneten Flächen sein, wobei die enge Einbindung der Schulgemeinschaft für den Erfolg des Projekts als entscheidend erachtet wird.