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Die Bundestagswahl 2025 in Baden-Württemberg hat zu einem vorläufigen Ergebnis geführt, das die politischen Verhältnisse im Land neu ordnet. Die CDU bleibt mit einem Stimmenanteil von 31,6 Prozent die stärkste Kraft, während die AfD ihr Wahlergebnis im Vergleich zur vorherigen Wahl deutlich verdoppeln konnte und nun mit 19,8 Prozent zweitstärkste Partei ist, wie die Frankfurter Rundschau berichtet.
Die AfD erzielte in einigen Wahlkreisen bemerkenswerte Ergebnisse. Im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen erreichte die Partei mit 27,5 Prozent das beste Erststimmenergebnis in Westdeutschland und landete mit 27,1 Prozent auch bei den Zweitstimmen auf Platz fünf im westdeutschen Vergleich. Weitere hohe Zweitstimmenanteile der AfD wurden in verschiedenen Gemeinden in Baden-Württemberg registriert, darunter Rastatt mit 39,7 Prozent, Pforzheim mit 29,3 Prozent und Möckmühl mit 32,7 Prozent.
Wahlergebnisse im Überblick
Die CDU kann sich über einen Zuwachs von 6,8 Prozentpunkten freuen und hat in fast allen Wahlkreisen gewonnen, während nur in Karlsruhe Stadt und Freiburg die Grünen erfolgreich waren. Die Grünen erreichen mit 13,6 Prozent ein Ergebnis, das nur leicht über dem Bundesschnitt liegt. Die SPD musste einen Rückgang von 7,5 Prozentpunkten hinnehmen und kommt auf 14,2 Prozent, während die FDP mit 5,6 Prozent auf einen historischen Tiefstand gefallen ist. Darüber hinaus feierte die neu gegründete BSW mit 4,1 Prozent bei ihrer ersten Teilnahme der Wahl einen bemerkenswerten Einstand.
Wie die Tagesschau berichtet, äußerten verschiedene Politiker zu den Wahlergebnissen unterschiedliche Einschätzungen. CDU-Spitzenkandidat Thorsten Frei bezeichnete die Union als „eindeutigen Wahlgewinner“. Der AfD-Landeschef Markus Frohnmaier schlug eine Zusammenarbeit mit der Union vor, vor allem in migrationspolitischen Fragen. Die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken zeigte sich enttäuscht über das Ergebnis und forderte eine Neuausrichtung ihrer Partei, während die Grünen-Spitzenkandidatin Franziska Brantner zur Zusammenarbeit aufrief. Die Linken-Spitzenkandidatin Sahra Mirow hingegen sah den Fokus ihrer Partei auf soziale Probleme als Erfolgsfaktor, und FDP-Spitzenkandidatin Judith Skudelny verteidigte trotz des schlechten Abschneidens die Strategie von Parteichef Christian Lindner. Die BSW-Landeschefin Jessica Tatti bezeichnete das Ergebnis ihrer Partei als „fulminant“, wenngleich der Einzug in den Bundestag noch unsicher ist.