
Am Donnerstag gab ZF Friedrichshafen seine Jahreszahlen für das Jahr 2024 bekannt. Wie SWR berichtete, fiel die Bilanz des Autozulieferers überaus negativ aus, da das Unternehmen hohe Verluste im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete. Die Lage von ZF ist besonders kritisch, da die Entwicklungen im Bereich der E-Mobilität nicht wie erwartet verliefen. Um auf die Herausforderungen zu reagieren, plant das Unternehmen, bis Ende 2028 bis zu 14.000 Stellen abzubauen.
Im Vorfeld der Bilanz wurde bekannt, dass Heinrich Hiesinger, der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Amt auf eigenen Wunsch vorzeitig niederlegt. Rolf Breidenbach, der zuvor 18 Jahre lang den Autozulieferer Hella leitete, wird sein Nachfolger. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende ist Holger Klein, der Vorstandschef von ZF, aus gemeinsamen Zeiten bei McKinsey bekannt.
Aktuelle Entwicklungen und Ausblick
In der Präsentation der Bilanz blickten Stern zufolge Vorstandschef Holger Klein und Finanzvorstand Michael Frick auch auf das laufende Geschäftsjahr und die zukünftige Konzernstrategie. Medienberichte über eine mögliche Abspaltung der Antriebssparte „E-Division“ sorgten für Aufregung. Diese Sparte, die über 32.000 Beschäftigte umfasst und einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro erwirtschaftet, wird jedoch nicht verkauft. ZF plant stattdessen, die Antriebssparte eigenständiger zu machen, um einen finanziellen Partner zu gewinnen.
Der Konzern, einer der größten Automobilzulieferer weltweit, beschäftigt rund 169.000 Mitarbeiter an 160 Standorten in 30 Ländern und erzielte 2023 einen Umsatz von etwa 46,6 Milliarden Euro. Die Autoindustrie sieht sich derzeit aufgrund einer schwachen Konjunktur und einer geringen Nachfrage, insbesondere nach E-Autos, unter Druck.