AltstadtLudwigsburg

Eisdielen-Besitzer frustriert: Solaranlage trotz Sonnenschein tabu!

In Besigheim, im Landkreis Ludwigsburg, herrschen derzeit große Unzufriedenheit und Verwirrung unter den Besitzern von Photovoltaikanlagen. Der Bau von klassischen Solaranlagen auf einem Gebäude, das eine Eisdiele beherbergt, ist dort nicht erlaubt. Trotz der Bemühungen, ein Solarkataster zu implementieren, um den Ausbau von Photovoltaikanlagen in der denkmalgeschützten Altstadt zu erleichtern, ist das besagte Gebäude von dieser Regelung ausgeschlossen. Peter Reiner, der Betreiber der Eisdiele Bataja, möchte dringend Solarmodule installieren, um den benötigten Ökostrom zu nutzen. Doch dies bleibt ihm verwehrt, was seine Frustration weiter angeheizt hat.

Der Vorfall fällt in eine Zeit, in der der Klimaschutz immer mehr an Bedeutung gewinnt. Während Peter Reiner an einem sonnigen Märztag mit gutem Geschäft in seiner Eisdiele beschäftigt ist, bleibt ihm der Zugang zu erneuerbaren Energien verwehrt. Dies wirft Fragen zur Vereinbarkeit von Denkmalschutz und dem Bedarf an nachhaltigen Energielösungen auf. Wie Monumente Online berichtet, wird der Denkmalschutz als Teil des Klimaschutzes betrachtet, da die Erhaltung des Baubestands das Ziel der Bundesregierung unterstützt, bis 2045 klimaneutral zu werden.

Herausforderungen bei der photovoltaischen Nutzung von Denkmälern

Allerdings sind nicht alle Denkmäler für die Installation von Solaranlagen geeignet. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, wobei ein Ausbau auf 215 Gigawatt angestrebt wird. Dennoch verläuft der Ausbau der Photovoltaik auf großen Flächen schleppend, was die Umsetzung auf denkmalgeschützten Gebäuden erschwert. Laut Monumente Online wird der Beitrag von Denkmälern zur Energiewende als marginal eingestuft, da nur ein Bruchteil der Denkmaldächer für Solaranlagen geeignet ist.

Es existieren bereits Checklisten und Leitfäden, die von Landesdenkmalämtern und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) bereitgestellt werden, um die Installation von Solaranlagen auf Denkmälern zu unterstützen. Genehmigungen sind erforderlich und müssen objektbezogen geplant werden. Zudem können konservatorische, statische oder technische Hindernisse die Installation erschweren. Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen sind notwendig, um geeignete Lösungen für die Nutzung erneuerbarer Energien an Denkmälern zu finden. Dr. Steffen Skudelny von der DSD hebt hervor, dass der Denkmalschutz den Klimaschutz nicht behindert und empfiehlt, den Fokus auf großflächige Photovoltaikanlagen zu legen.