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Teures Erbe: Stellwerk in Calw kostet Bahn 30.000 Euro jährlich!

Ein ehemaliges Stellwerk in Calw, Baden-Württemberg, belastet die Deutsche Bahn erheblich. Täglich zahlt das Unternehmen rund 1.000 Euro an eine Sicherheitsfirma für die 24/7-Überwachung des stillgelegten Gebäudes. Diese Maßnahme ist notwendig, da es vom Unternehmen als einsturzgefährdet eingestuft wird. Laut einem Sprecher der Deutschen Bahn könnten Teile des Stellwerks auf die Gleise fallen, was rechtzeitige Meldungen erfordert. Für das Jahr 2024 hat die Deutsche Bahn einen Verlust von 1,8 Milliarden Euro verzeichnet, während die Pünktlichkeit im Fernverkehr aktuell lediglich bei 62,5 Prozent liegt.

Das Stellwerk 2 in Calw wurde 1880 erbaut und ist seit 1989 außer Betrieb. Es steht unter Denkmalschutz, und es ist geplant, den oberen Teil des Stellwerks auf einen gegenüberliegenden Parkplatz zu versetzen, um ihn museal zu erhalten. Die Gesamtkosten für die Überwachungsarbeiten belaufen sich auf etwa 30.000 Euro, wobei der genaue Zeitpunkt des Umzugs des Stellwerks noch unklar ist, wie Merkur berichtete.

Pünktlichkeit im Fernverkehr unter Druck

Die Deutsche Bahn hat sich für 2023 das Ziel gesetzt, eine Pünktlichkeit von 80 Prozent im Fernverkehr zu erreichen. Aktuell liegt die Pünktlichkeit jedoch nur bei etwa 60 Prozent. Ein Zug gilt als pünktlich, wenn er am Zielort nicht mehr als fünf Minuten Verspätung hat. Um dauerhafte Verbesserungen zu erzielen, wird ein konsequenter Ausbau der Infrastruktur als notwendig erachtet. Ab 2024 ist eine Generalsanierung der wichtigsten Schienenkorridore geplant, um das Netz bis 2030 zu stabilisieren.

Fahrgäste und Fahrgastverbände fordern zudem Investitionen in Fernstrecken und Zulaufstrecken. Die Organisation ProBahn kritisiert die gegenwärtige Fokussierung auf Hauptkorridore und fordert mehr Aufmerksamkeit für das Gesamtnetz. Dies alles geschieht vor dem Hintergrund, dass die Deutsche Bahn bis 2030 die Anzahl der beförderten Fahrgäste verdoppeln möchte und dafür Investitionen von insgesamt 10 Milliarden Euro in den Fernverkehr bis 2029 eingeplant hat, einschließlich neuer Züge und Instandhaltungswerke. Gleichzeitig gibt es einen Mangel an Personal bei der Streckeninstandhaltung, was die Pünktlichkeit zusätzlich beeinträchtigt. Baustellen und fehlende Instandhaltungswerke tun ihr Übriges, wie BR berichtete.