
Die Gemeinde Immendingen steht vor erheblichen finanziellen Verpflichtungen für die Sanierung der Immanuel-Kant- und Otto-Hahn-Gymnasien in Tuttlingen. Voraussichtlich werden rund 2,5 Millionen Euro fällig, die in den Etat 2026 eingeplant werden müssen. Die Berechnung des Betrags erfolgt auf Basis der Anzahl der Immendinger Schüler, die zwischen 2016 und 2021 diese Gymnasien besucht haben. Ein Nachlass von 25 Prozent in Höhe von 835.557 Euro wurde bereits abgezogen und ist vertraglich gesichert. Bürgermeister Manuel Stärk machte deutlich, dass die Sanierung der Tuttlinger Gymnasien hohe Kosten verursachen wird.
Die Verwaltung hat bereits Verhandlungen mit der Stadt Tuttlingen geführt, in die auch andere betroffene Umlandgemeinden einbezogen wurden. Laut den Schülerzahlen besuchten 320 Schüler (19,14 Prozent) das Immanuel-Kant-Gymnasium und 185 Schüler (8,96 Prozent) das Otto-Hahn-Gymnasium. Ohne den gewährten Nachlass hätte Immendingen insgesamt 3,34 Millionen Euro bezahlen müssen. Der Vertrag mit Tuttlingen sichert die Ermäßigung und schützt Immendingen vor möglichen zukünftigen Nachteilen. Der Gemeinderat stimmte einstimmig der Vertragsunterzeichnung zu.
Sanierungskosten der Tuttlinger Gymnasien
Die Gesamtkosten für die Grundsanierung beider Gymnasien belaufen sich laut vorläufiger Berechnung auf 78,8 Millionen Euro. Nach Abzug von Zuschüssen und Eigentumsvorteilen verbleiben 64,6 Millionen Euro, die von den Umlandgemeinden getragen werden müssen. Diese müssen insgesamt 24,4 Millionen Euro aufbringen, wobei Emmingen-Liptingen den größten Anteil trägt, gefolgt von Immendingen, Wurmlingen und Mühlheim. Die Diskussion um die Beteiligung der Umlandgemeinden an der Schulbaufinanzierung in Tuttlingen bringt jedoch auch juristische Herausforderungen mit sich.
Laut [wochenblatt-news.de](https://www.wochenblatt-news.de/region-tuttlingen/tuttlingen/75-millionen-schulsanierung-mehrheit-der-gemeinden-unterstuetzt-tuttlingen/) ist die Mehrheit der Städte und Gemeinden im Landkreis bereit, sich an den Sanierungskosten der Tuttlinger Gymnasien zu beteiligen. Drei Kommunen, darunter Bärenthal, Fridingen und Irndorf, stellen sich jedoch aus juristischen Gründen quer und planen, Klage gegen das Land Baden-Württemberg einzureichen. Diese Kommunen fordern, dass die Finanzierungspflicht beim Land und nicht bei den Umlandgemeinden liegen sollte. Bis zur gerichtlichen Klärung gehen diese drei Kommunen keine Verpflichtung gegenüber der Stadt Tuttlingen ein.
Die Stadt Tuttlingen investiert rund 75 Millionen Euro in die Sanierung der beiden Gymnasien. Zudem gewährt die Stadt einen Nachlass von 25 Prozent auf Forderungen für Gemeinden, die bis zum 31. März 2025 zustimmen. Positives Feedback kam von zahlreichen Gemeinden, darunter Immendingen, Mühlheim und Wurmlingen. Sollte die Klage der drei Sonderfälle abgewiesen werden, profitieren diese rückwirkend von der 25-Prozent-Ermäßigung.