
Die Städte Trossingen und Talheim haben Kooperationsvereinbarungen mit der Deutschen Glasfaser unterzeichnet. Ziel ist die Unterstützung beim Vertrieb und der Realisierung eines Glasfaserprojekts. Allerdings steht der Ausbau des Projekts auf der Kippe, da beide Gemeinden gemäß dem Breitbandatlas als ausreichend versorgt gelten.
Laut Informationen von Schwäbische.de sieht der Fördergeber in Land und Bund keine Notwendigkeit für staatliche Subventionen und geht davon aus, dass ein intakter privatwirtschaftlicher Wettbewerb besteht. Die Stadt Trossingen äußert Bedenken, dass die Datenverfügbarkeit in naher Zukunft nicht mehr als ausreichend angesehen werden kann.
Herausforderungen beim Ausbau
Die Kooperation mit der Deutschen Glasfaser wird von den Kommunen als einzige Möglichkeit gesehen, schnelles Internet zu erhalten. Trossingens Bürgermeisterin Susanne Irion betont, dass sie sich für das Projekt eingesetzt haben, obwohl es Kritik an den Vertriebspraktiken gab. Bürgermeister Andreas Zuhl fordert eine klare Aussage der Deutschen Glasfaser zum Baubeginn des Projekts.
Laut den aktuellen Informationen könnte der Baustart frühestens 2027 erfolgen. Die Deutsche Glasfaser begründet dies mit den Vorlaufzeiten für die Ausschreibung des 26 Millionen Euro Projekts und einem Mangel an Kapazitäten im Tiefbau. Die Gemeinden Trossingen und Talheim halten diese Erläuterungen jedoch für nicht nachvollziehbar, da die Preise im Tiefbau zurzeit historisch niedrig sind.
Die Gemeinderäte von Talheim und Trossingen stehen vor der Entscheidung, ob sie die Kooperationsvereinbarungen aufkündigen sollen. Aktuell liegen die Vorvermarktungsquoten bei 43 Prozent in Talheim, 34 Prozent in Gölten und 29 Prozent in der Trossinger Kernstadt. Talheim und Gölten weisen hohe Anschlussquoten auf, die auch für andere Anbieter von Interesse sind, da jeder Telekommunikationsunternehmer unabhängig von bestehenden Kooperationsvereinbarungen bauen darf.
Die Wichtigkeit der Glasfasertechnologie wird auch von Deutsche Glasfaser hervorgehoben, die als führender Anbieter für Glasfaser im ländlichen und suburbanen Raum Deutschlands gilt. Die Technologie wird als entscheidend für die Digitalisierung betrachtet, die für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung unerlässlich ist.