Villingen-Schwenningen

Tragischer Verlust: Villinger MS-Patient stirbt nach Therapie in Mexiko

Jürgen Engler, ein 56-jähriger Patient mit Multipler Sklerose (MS) aus Villingen, ist nach einer Stammzelltherapie in Mexiko verstorben. Engler reiste am 2. Februar zu der Behandlung, die er sich in der Hoffnung auf eine Linderung seiner Krankheit und ein Leben ohne Rollstuhl gewünscht hatte. Die Kosten für die Therapie betrugen 57.000 Euro, von denen 13.000 Euro durch Spenden des SÜDKURIER gesammelt wurden.

Nachdem Engler in Mexiko angekommen war, musste er sich mehreren Chemotherapien unterziehen, die erhebliche Nebenwirkungen mit sich brachten. Seine Stammzelltransplantation fand am 15. Februar statt. Engler feierte am 24. Februar seinen 56. Geburtstag, doch kurz darauf verschlechterte sich sein Gesundheitszustand dramatisch. Am 26. Februar brach er schließlich in der Notaufnahme zusammen und verstarb um 12:50 Uhr mexikanischer Zeit.

Todesursache und Rückführung der Urne

Der ärztliche Bericht nannte „multiples Organversagen“, „gastrointestinale Blutungen“ und „hypovolämischer Schock“ als Todesursachen. Sein Ehemann, Daniel Engler, musste die Formalitäten für die Rückführung der Urne regeln, die aufgrund bürokratischer Hürden noch in Mexiko verweilt. Der Rückflug nach Deutschland stellte für Daniel Engler eine emotionale Herausforderung dar, da der Platz seines verstorbenen Ehemannes neu besetzt wurde. Daniel plant, die Asche seines Mannes auf einer Almwiese in der Schweiz zu verstreuen.

Trotz des tragischen Ausgangs betrachtet Daniel Engler die Stammzellentherapie in Mexiko als die einzige Möglichkeit für seinen Ehemann.

Multiple Sklerose (MS) gilt als die häufigste Myelinerkrankung, die das Gehirn, Rückenmark und die Sehnerven betrifft. Das Immunsystem greift das Myelin an, was zu Nervenschäden führt und verschiedene Symptome hervorrufen kann, wie Probleme mit Muskelbewegung, Gleichgewicht, Sprache und Sehvermögen. Wie berichtet wurde, suchen viele Patienten alternative Behandlungsmethoden, einschließlich der Stammzelltherapie. Diese kann helfen, das Myelin im Nervensystem zu reparieren und neue gesunde Zellen zu bilden, wodurch sich die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern kann.

Obwohl die Stammzelltherapie oft als neue Hoffnung für MS-Patienten angesehen wird, ist es wichtig zu beachten, dass sie keine garantierte Heilung darstellt und die Wirksamkeit von verschiedenen Faktoren abhängt.