
In Villingen steht ein markanter Einschnitt bevor: Das französische Café „Saveurs de France“, betrieben von Julien Gonzalez, schließt voraussichtlich am Samstag, den 15. März, aufgrund massiver finanzieller Schwierigkeiten. Gonzalez sah sich gezwungen, Privatinsolvenz anzumelden, was die Schließung unumgänglich machte. Hohe Mietkosten von 3.500 Euro und Fixkosten von 15.000 Euro tragen maßgeblich zu dieser Entscheidung bei, insbesondere in Anbetracht der dramatischen Preissteigerungen bei Lebensmitteln, wobei vor allem die Kosten für Schokolade in den letzten sechs Monaten um 40 Prozent angestiegen sind. Gonzalez hat wiederholt Kritik an der Stadtverwaltung geübt, da er nicht die notwendige Unterstützung für Unternehmer erfährt. Besondere Herausforderungen sieht er auch in der Kommunikation mit der Stadt während der Wochenmärkte.
Gonzalez, der 17 Stunden am Tag, sechs Tage die Woche arbeitet, plant, durch den Ausstieg aus der Selbstständigkeit auch seine Ehe zu retten. Das Café eröffnete im August 2022 mit dem Ziel, französische Produkte nach Villingen zu bringen. Die Backwaren stammen von seinem Bruder in Lyon, während Törtchen und Macarons aus gefrorenem Zustand zugeführt werden. Besonders am Herzen liegt ihm seine Mitarbeiterin Resmie Selimai, die er als äußerst gewissenhaft beschreibt. Trotz der schwierigen Lage bleibt Gonzalez optimistisch, dass sich für ihn eine neue Lösung finden wird.
Schließung des Café Paradies nach 30 Jahren
Zusätzlich schließt auch das Café Paradies in Villingen seine Türen nach 30 Jahren. Inhaberin Tatjana Spott gab mehrere Gründe für die Schließung an und betonte, dass das Café eine feste Anlaufstelle für viele Menschen, insbesondere für Kaffeeliebhaber, war. Das Café gilt als eines der kleinsten in Villingen mit begrenzten Sitzgelegenheiten, und die Entscheidung wird von der Stammkundschaft mit Trauer aufgenommen, wie der Schwarzwaelder Bote berichtete.