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Karlsfeld möchte eigenes Kfz-Kennzeichen: Chancen und Bedenken!

In der Gemeinde Karlsfeld hat der Fraktionsvorsitzende der CSU im Gemeinderat, Bernd Wanka, einen Antrag auf die Einführung eines eigenen Kfz-Kennzeichens (KFD) gestellt. Die Gemeinde zählt etwa 23.000 Einwohner und wäre eine von mehreren Kommunen, die von der Initiative betroffen wären. Wanka stützte seinen Antrag auf eine größere Initiative, die von Professor Ralf Bochert ausgeht, der allen 320 deutschen Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern ein individuelles Kennzeichen vorschlägt. Laut Wanka gibt es eine große Zustimmung für dieses Vorhaben in Deutschland.

Das neue KFD-Kennzeichen soll für die Bürger eine freiwillige Option darstellen, was bedeutet, dass sie ihr bestehendes DAH-Kennzeichen nicht ersetzen müssen. Wanka bezeichnete die Idee als kostengünstig und identitätsstiftend für die Bürger der Gemeinde. Rund 100 der infrage kommenden Kommunen haben bereits Interesse an der Initiative gezeigt. Allerdings äußerte Adrian Heim von der Fraktion Bündnis für Karlsfeld Bedenken und stellte in Frage, ob ein neues Kfz-Kennzeichen tatsächlich zur Identifikation mit der Gemeinde erforderlich sei. Bei der Abstimmung über die Weiterleitung des Kennzeichenwunsches an Professor Bochert stimmten Heim und sein Fraktionskollege Peter Neumann gegen den Antrag.

Neue Kennzeichen für 320 Städte

Professor Ralf Bochert, der an der Hochschule Heilbronn lehrt, hat plädiert für die Einführung neuer Kfz-Kennzeichen in 320 mittelgroßen Städten in Deutschland. Ziel dieser Maßnahme ist es, die lokale Identität der Kommunen zu stärken, ohne dabei zusätzliche Kosten für die Bürger zu verursachen. Bochert schlug unter anderen auch die Einführung des Kennzeichens KFD für Karlsfeld vor.

Zu den von Bochert ausgearbeiteten Vorschlägen zählen unter anderem auch Städte wie Gauting (GAT), Geretsried (GRD) und Germering (GMR). Er argumentiert, dass die Wiedereinführung von alten Kennzeichen seit 2012 den Wunsch nach lokaler Verortung widerspiegelt. Der Prozess zur Einführung neuer Kennzeichen erfordert jedoch einen Antrag beim Bundesverkehrsministerium sowie einen Beschluss des Kreistages. Der Deutsche Landkreistag äußerte sich kritisch und wies auf dringlichere Probleme hin, während positive Rückmeldungen von Bürgermeistern und Unterstützung aus der Bundesregierung für den Vorschlag vorliegen. CSU-Politiker wie Leonhard Spitzauer aus Vaterstetten möchten die Idee ebenfalls in ihrem Gemeinderat diskutieren. Bochert selbst lebt in Stuttgart und würde von den neuen Kennzeichen nicht profitieren.