
In Ebersberg wird mit einer neuen Initiative zur Kontrolle der Biotonnen begonnen. Abfallberaterin Agnes Lang kündigte die „Aktion Biotonne“ an, die gezielte Kontrollen des Inhalts in den Biomüllbehältern vorsieht. Mitarbeiter der Müllabfuhr werden die Biotonnen genauer unter die Lupe nehmen und Störstoffe identifizieren. Hierbei handelt es sich um Gegenstände, die nicht in die grüne Tonne gehören, wie beispielsweise Plastiktüten oder Obstnetze.
Eine Tonne wird nicht entleert, wenn der Anteil an Störstoffen über drei Prozent liegt. In einem solchen Fall wird die Tonne mit einem roten Kärtchen markiert, und der Besitzer muss den Müll entweder nachsortieren oder gegen eine Gebühr entsorgen. Diese höheren Sortierkosten müssen letztlich von den Verbrauchern getragen werden. Die Abfallgebühr in Ebersberg beträgt etwa 111 Euro pro Tonne, zuzüglich eines Zuschlags zwischen 67 und 79 Euro pro Tonne für zusätzliche Sortierkosten. Die Problematik der Biomülltrennung besteht seit Jahren, und zum Ende des Jahres 2024 wurde eine informative „Biotonnen-Zeitung“ auf einer Papiertüte verteilt, um die Bürger über richtige Entsorgung zu informieren.
Änderung der Bioabfallverordnung
Die bereits bestehenden Regularien zur Entsorgung von Bioabfällen werden durch Änderungen der Bioabfallverordnung verschärft, die am 1. Mai 2025 in Kraft tritt. Das Ziel dieser Änderungen ist es, den Anteil an Störstoffen in der Biotonne auf maximal ein Prozent zu reduzieren. Derzeit liegt dieser Wert bei bis zu fünf Prozent, was zu erheblichen Problemen in der Abfallwirtschaft führt.
Zu den zulässigen Inhalten in der Biotonne zählen Obst-, Gemüse- und Pflanzenreste, sowie Fleisch- und Fischreste, Milchprodukte, Brotreste sowie Tee- und Kaffeefilter. Unter den nicht zulässigen Materialien finden sich unter anderem Bio-Plastik, tierische Exkremente und lackierte Hölzer. Die Städte und Gemeinden regeln Ausnahmen und führen selbst Kontrollen zur Mülltrennung durch. Bei Nichteinhaltung der Vorgaben drohen Strafen, die bis zu 2.500 Euro bei schweren Verstößen betragen können.
Ein Grund für die Gesetzesverschärfung liegt in der Notwendigkeit, die Verbrennung von Biomüll durch Störstoffe zu verhindern. Jährlich gehen zudem etwa 92.000 Tonnen Kompost verloren, die durch den Einsatz nitratreicher Düngemittel ersetzt werden müssen. Eine korrekte Mülltrennung könnte einer Studie zufolge 69.000 Menschen zusätzlich mit Energie versorgen und 25.600 Tonnen CO2 jährlich einsparen, wie Brisant berichtete.