Garmisch-PartenkirchenGriechenland

Zugunglück-Jahrestag: Gewalt überschattet Gedenkproteste in Griechenland

Am 28. Februar 2025 versammelten sich Hunderttausende Menschen in ganz Griechenland, um an die Opfer des verheerenden Zugunglücks vom 28. Februar 2023 zu erinnern, bei dem 57 Menschen starben. Die größte Demonstration fand in Athen statt, wo laut Polizei rund 170.000 bis 200.000 Menschen für eine umfassende Aufklärung und Bestrafung der Verantwortlichen auf die Straße gingen. In vielen weiteren Städten des Landes fanden, begleitet von einem Generalstreik, über 300 Demonstrationen statt.

Die Proteste in Athen wurden jedoch von gewaltsamen Ausschreitungen überschattet. Vermummte Gruppen warfen Benzinbomben und Pflastersteine, was zu Zusammenstößen mit der Polizei führte. Diese setzten Tränengas, Wasserwerfer und Blendgranaten ein, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Bei den Auseinandersetzungen wurden mindestens 29 Menschen, darunter fünf Polizisten, leicht verletzt. Insgesamt wurden 41 Personen festgenommen, während mehr als 20 Menschen medizinisch behandelt werden mussten.

Forderungen nach Aufklärung

Die Demonstranten forderten eine vollständige und transparente Aufklärung des Unglücks, das als Symbol für institutionelles Versagen gilt. Plakate mit den Aufschriften „Nein zur Vertuschung“ und „Wir vergessen nicht“ waren in der Menge zu sehen. Ein neu veröffentlichter offizieller Bericht über den Zustand der griechischen Bahn thematisierte den desolaten Zustand der Infrastruktur sowie schwere Ermittlungsfehler, wie unkoordinierte Einsätze von Feuerwehr, Rettungskräften und Polizei. Zudem wurde festgestellt, dass Beweismaterial verloren ging oder durch Zementierung eines Teils des Unfallorts vernichtet wurde.

Die Angehörigen der Opfer und die Demonstranten fordern weitreichende Konsequenzen und Verantwortlichkeit von der Regierung. Der Bericht wirft auch Fragen zu einem möglicherweise verbotenen Transport von brennbaren Gefahrstoffen im Güterzug auf, was die Sorgen um die Sicherheit im Bahnverkehr verstärkt.

Die Ahndung diese Vorfalls und die Gewährleistung von Sicherheit und Verantwortung im griechischen Verkehrssystem bleiben zentrale Themen in den Protesten.