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Schlierseer Fotograf gewinnt World Press Photo für erschütterndes Bild

Florian Bachmeier, ein Fotograf aus Schliersee, hat den renommierten World Press Photo Award in der Kategorie beste Einzelaufnahme Europa gewonnen. Diese Auszeichnung erhielt er für sein eindringliches Foto mit dem Titel „Beyond the trenches“, das das Leid eines Mädchens in der Ukraine dokumentiert. Die Aufnahme zeigt die sechsjährige Anhelina, die unter Panikattacken leidet, nachdem sie aus ihrem Dorf an der Front fliehen musste. Das Bild wurde am 7. März 2024 in Borshchivka aufgenommen, wo Anhelina bei ihrer Großmutter lebt, während ihre Mutter in Charkiw, etwa eine Autostunde entfernt, arbeitet.

Bachmeier begleitete eine Organisation von freiwilligen Helfern, die sich um das Wohl der Menschen an der Front kümmern. Insgesamt gab es 42 Kategorie-Gewinner, die aus 59.320 Einsendungen von 3.778 Fotografen aus 141 Ländern ausgewählt wurden. Die Auszeichnung in dieser Kategorie ist mit 1.000 Euro dotiert, während das weltweite Pressefoto des Jahres, das am 17. April gekürt wird, mit 5.000 Euro ausgezeichnet wird. Bachmeier äußerte die Hoffnung, dass ihm die Auszeichnung neue Möglichkeiten für zukünftige Projekte eröffnet und plant, eine Ausstellung über Flussdeltas weltweit zu organisieren, um wichtige Themen wie Migration und Klimawandel hervorzuheben. Seit 2012 fotografiert er regelmäßig in der Ukraine und hat seit dem russischen Angriff im Jahr 2022 mehrere Reisen dorthin unternommen. Dabei betont er die Gefahren, die mit dem Fotografieren in der Ukraine verbunden sind, auch wenn er kein Kriegsreporter ist.

Hintergrund des Wettbewerbs

In einem weiteren Bericht wird Respekt für Journalisten geäußert, die Russlands Krieg gegen die Ukraine sowie Proteste in Georgien dokumentieren, oft unter erheblichen Risiken. Der Bewertungsprozess der Einsendungen erfolgt anonym; Jurymitglieder kennen die Identität der Fotografen nicht. Sechs regionale Jurys wählen eine große Auswahl an Einsendungen pro Kategorie aus, bevor die globale Jury die abschließenden Entscheidungen über die 42 Gewinner und das World Press Photo of the Year trifft. Diese Jury entschuldigte sich für die falsche Gleichwertigkeit, die durch die Beschreibung zweier Werke als Paar entstand.

Ein UN-Bericht aus dem Februar 2025 hebt hervor, dass es seit Beginn der russischen Invasion über 12.654 zivile Opfer gegeben hat, wobei 84 % in von der Ukraine kontrollierten Gebieten zu beklagen sind. In diesem Kontext wurde die kritische Lage der ukrainischen Energieinfrastruktur, medizinischen Einrichtungen, Wohnhäuser und Schulen dokumentiert. Zudem werden die Herausforderungen für Journalisten in repressiven Regimen diskutiert, was die Authentizität der Fotografien betrifft. Die World Press Photo Organisation hat sich verpflichtet, die Regeln für Einsendungen von Fotografen aus staatlich kontrollierten Agenturen zu verbessern und die Verfahren zu überarbeiten. In Bezug auf die Formulierungen über Mariupol wird klargestellt, dass die Stadt weiterhin unter russischer Besatzung steht, was ihre strategische Bedeutung für Russland als Teil der Landverbindung zwischen der selbsternannten Volksrepublik Donezk und der Krim betrifft.