
Das Stück „Smombies“ von Volker Zill hatte am 25. März 2025 in der Aula der Johannes-Hartung-Realschule Premiere. Die Aufführung wurde von einer Theatergruppe unter der Leitung von Lehrerin Veronika Repp und dem externen Berater Christopher Kittner realisiert. Schulleiterin Silke Bundschuh hielt eine kurze Begrüßung und hob die Bedeutung des Themas hervor.
Ursprünglich sollte das Stück bereits im Jahr 2022 aufgeführt werden, doch musste die Premiere wegen der Pandemie abgesagt werden. Die Wiederaufnahme thematisiert die Mediensucht, die vor allem Jugendliche und Erwachsene betrifft, die als „Smartphone-Zombies“ oder „Smombies“ bezeichnet werden. Das Stück hat eine Spiellänge von 70 Minuten und besteht aus insgesamt 13 Szenen. Zu Beginn wird der Zuschauer durch eine Filmsequenz in die Handlung eingeführt, in der die Hauptdarsteller vorgestellt werden.
Inhalt und Charaktere
Die Handlung dreht sich um sieben Jugendliche, die in das Therapiezentrum „Haus Offline“ geschickt werden, um ihre Mediensucht zu überwinden. Die Charaktere sind:
- Sarah Knörzer (10a) als Frau Dr. Karnikehl,
- Jelena Sedlak (7a) als Frau Dr. No(dani),
- Nora Weimer (10a) als Frau Henschel-Diehl,
- Matea Bizjak (8d) als Anania, die durch TikTok Selbstvertrauen gewinnt,
- Karla Viertel (6b) als Angelina, die ihr Smartphone „Ernie“ nennt,
- Anne Wolf (7d) als Fiona, süchtig nach Handyspielen,
- Romano Wotsch (10a) als Jacky, der an sich selbst zweifelt,
- Emma Wolf (10c) als Laura, die einen Unfall verursacht,
- Lena Kunkel (10c) als Lucy-Marie, die nach Aufmerksamkeit von ihren Eltern sucht,
- Vincent Lippert (10a) als Shindy, der Computerspiele bevorzugt.
Nach einer Pause bleiben die Jugendlichen aufgrund eines angeblichen Defekts in ihrem Therapieraum eingeschlossen. Die zunehmende Verzweiflung ohne ihre Handys führt zu humorvollen Szenen. Letztlich erkennen die Jugendlichen den Wert der Zeit ohne digitale Geräte, was in einem Happy End endet: Ein projizierter WhatsApp-Chat zeigt, dass Shindy wieder zur Schule gehen möchte. Das Bühnenbild, gestaltet von Kristina Gossen (9a), war einfach, farbenfroh und kontrastierte mit der Stimmung der Figuren.
Die Zuschauer reagierten mit Lachen und Beifall, und am Ende gab es tosenden Applaus für die Darsteller.
Vergleichbare Aufführungen
Bereits am 1. September 2016 führte die Nachwuchstheatergruppe „Tusculum“ das Stück „Smombies“ auf. Bei dieser Aufführung erkannten die neunten Klassen ihr eigenes Verhalten im Umgang mit Handys. Der Begriff „Smombies“ beschreibt die Kombination aus Smartphone und Zombie und thematisiert umfänglich, dass Jugendliche weniger Zeit mit Medien verbringen sollten. Die Handlung folgt ebenfalls einer Gruppe Jugendlicher, die im „Haus Offline“ ihre Mediensucht überwinden sollen.
- Horst-Uwe (Shindy), gespielt von Darren Kuck, ist ein Dauerzocker.
- Jule Thormählen spielt Anania, die Selfies für Facebook macht.
- Mia Mahn spielt Jacky, die viel Musik hört.
- Laura, gespielt von Louisa Thormählen, ist ein Anime-Fan.
- Frau Dr. Nodani und Frau Dr. Karnikehl, die Psychologen, werden von Käthe Wiechmann und Dayline Wittje gespielt.
Das Stück wird in einer Mischung aus Plattdeutsch und Hochdeutsch aufgeführt, was das Verständnis für die Zuschauer erleichtert und die Thematik auch in den Unterricht integriert. Die Therapie der M&Ms zeigt positive Effekte, indem sie zwei Tage lang ohne Handys im „Haus Offline“ eingesperrt sind und letztlich sich selbst wieder entdecken.
Die Veranstaltung der Johannes-Hartung-Realschule und die frühere Aufführung von „Tusculum“ sind ein eindrucksvoller Hinweis auf die anhaltenden Herausforderungen, die Mediensucht bei Jugendlichen darstellt und wie sie durch Theaterarbeit thematisiert werden kann.