
Das Bundesministeriums für Gesundheit reformiert die gesundheitliche Aufklärung in Deutschland: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wird in das neue Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) umgewandelt. Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden Schritt, um die Kommunikation im Gesundheitsbereich zu modernisieren und auf die Herausforderungen der heutigen Zeit zu reagieren.
Die BZgA war 57 Jahre lang ein zentraler Akteur in der Gesundheitskommunikation des Landes und hat mehrere bekannte Präventionskampagnen, wie „Gib AIDS keine Chance“ und „Kenn dein Limit“, initiiert. Das BIÖG hat das Ziel, die Zusammenarbeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu verbessern und die Prävention von Erkrankungen zu stärken. Im Jahr 2024 werden 73 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt sowie 12,9 Millionen Euro aus Drittmitteln in die Förderung des neuen Instituts fließen.
Gesundheitliche Herausforderungen und Maßnahmen
Die Herausforderungen im Gesundheitssystem sind zunehmend komplex. Zurzeit sind Themen wie die Corona-Pandemie, die psychische Gesundheit und die Auswirkungen des Klimawandels von zentraler Bedeutung. 2023 starben in Köln 28% der Menschen an Erkrankungen des Kreislaufsystems, 23% an Krebs und 8% an Atemwegserkrankungen. Psychische Verhaltensstörungen waren für etwa 7% der Todesfälle verantwortlich. Das BIÖG wird eng mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) zusammenarbeiten, um relevante Daten zu generieren und auf eine verbesserte Gesundheitsaufklärung abzuzielen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der psychischen Gesundheit von Jugendlichen, von denen 25% als psychisch belastet eingeschätzt werden. Zum Thema Klimawandel klärt das BIÖG über Risiken des Cannabis-Konsums auf und bietet Unterstützung für Fachkräfte. Die Legalisierung von Cannabis wird überwiegend positiv bewertet, dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen.
Darüber hinaus führt das BIÖG über neun Kampagnen Informationen zur Gesundheitsprävention durch. Unter diesen Kampagnen finden sich auch „Gib Hitze keine Chance“ und „Alkohol? Kenn dein Limit“. In sozial schwächeren Stadtteilen wie Chorweiler wurden während der Pandemie Tests und Impfungen angeboten. Die Behörde hat derzeit 333 Mitarbeiter und betrachtet Gesundheit als ein Querschnittsthema, das stark von der Umgebung abhängig ist.
Bereits jetzt eint mehrere Studien und Berichte, wie der Artikel im Ärzteblatt, die von einer geringen Risikowahrnehmung hinsichtlich der gesundheitlichen Folgen des Klimawandels berichten. Diese Wahrnehmung könnte die Handlungsbereitschaft zur Bekämpfung der Klimakrise negativ beeinflussen. Laut einer Untersuchung des RKI schätzen etwa zwei Drittel der Befragten das Risiko für psychische Erkrankungen durch die Klimakrise als gering ein.
Die Vermittlung von Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel könnte jedoch die anfallende Handlungsbereitschaft erhöhen. Für eine effektive Kommunikation ist es entscheidend, auf verschiedene Informationsquellen zurückzugreifen und die Vertrauenswürdigkeit von Gesundheitsbehörden zu nutzen, die in Deutschland sehr hoch ist.