Neuburg-Schrobenhausen

Wohnen im Landkreis: IG BAU fordert sofortige Bauoffensive!

Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen stehen die Herausforderungen im Wohnungsbau einmal mehr im Fokus. Laut einer statistischen Auswertung des Pestel-Instituts für die IG BAU Oberbayern sind rund 22.600 Wohnungen in etwa 13.900 Gebäuden älter als 45 Jahre, viele davon wurden vor 1980 erbaut. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit umfassender Sanierungen und den dringenden Bedarf an neuen Wohnangeboten.

Die IG BAU Oberbayern, vertreten durch ihren Vorsitzenden Harald Wulf, fordert eine Offensive im Wohnungsbau von der neuen Bundesregierung. Wulf appelliert an die Parteien CDU/CSU und SPD, den Wohnungsbau nicht aus den Augen zu verlieren, insbesondere während der Koalitionsverhandlungen. Er betont, dass die Wohnungsnot und steigende Mieten ernsthafte Probleme darstellten, die dringend angegangen werden müssen.

Forderung nach bezahlbarem Wohnraum

Wulf weist außerdem darauf hin, dass es viele ältere Menschen im Landkreis gibt, die altersgerechte Wohnungen benötigen. Dies schließt Sanierungen von Bädern und den Einbau breiter Türen ein. Die IG BAU macht sich stark dafür, dass mehr Menschen im Kreis Neuburg-Schrobenhausen Zugang zu Wohneigentum erhalten. „Durchschnittsverdiener können sich kein eigenes Haus oder eine Wohnung leisten“, kritisiert Wulf und fordert daher dringend Maßnahmen von Seiten des Bundes, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Bauzinsen.

Um die Situation zu verbessern, hat die IG BAU klare Zielmarken definiert: 100.000 neu gebaute Sozialwohnungen und 60.000 neue bezahlbare Wohnungen pro Jahr sollen angestrebt werden. Zudem betont Wulf, dass auch Investitionen in die Infrastruktur, wie etwa die Sanierung von Schulen, notwendig sind, um Familien die Ansiedlung in der Region zu erleichtern.

Die Diskussion über den Wohnungsbau wird auch im Kontext der Bundestagswahl relevant. Die IG BAU fordert, dass das Thema Bauen und Wohnen einen prominenten Platz in den Wahlversprechen der Parteien einnimmt. Wulf mahnt, dass klare Positionen der Bundestagskandidaten zum Wohnungsbau nötig seien. Die IG BAU hat einen „Wahl-Weckruf Wohnen“ gestartet, um den Neubau anzukurbeln und den dringenden Bedarf an bezahlbaren Wohnungen und Sozialwohnungen bundesweit herauszustellen.

Um die Situation rasch zu verbessern, muss die neue Bundesregierung ein Wohnungsbau-Konjunkturprogramm sofort umsetzen. Hierbei fordert die IG BAU die Bereitstellung von mindestens elf Milliarden Euro pro Jahr für den Sozialwohnungsbau, um 100.000 neue Sozialwohnungen zu realisieren. Wulf kritisiert die bisher unzuverlässige Förderung des Sozialwohnungsbaus und fordert eine feste Fördersumme, die im Grundgesetz verankert werden sollte.