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Ausbildungsboom im Landkreis Starnberg: Wo sind die unbesetzten Lehrstellen?

Im Landkreis Starnberg haben im Jahr 2024 insgesamt 305 junge Erwachsene eine Ausbildung begonnen, was einem Anstieg von 5,5 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht, wie der Merkur berichtete. Trotz dieser positiven Entwicklung blieben rund 90 Lehrstellen unbesetzt, was auf eine weiterhin bestehende Herausforderung im Ausbildungsmarkt hinweist.

Einen möglichen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sehen Experten darin, dass während dieser Zeit weniger Praktika und Ausbildungsmessen stattfanden, was dazu führte, dass viele Schüler ihre berufliche Zukunft aufschoben. IHK-Sprecher Florian Reil erläuterte, dass viele Jugendliche zunächst gezögert hatten, eine Ausbildung zu beginnen. Die VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg verzeichnete hingegen einen großen Andrang auf Ausbildungsplätze, insbesondere im Bereich Digitalisierung.

Details zu Ausbildungsplätzen und Berufswahl

Aktuell beschäftigt die VR-Bank 18 Azubis, darunter zwei duale Studenten und zwei Kaufleute für Digitalisierungsmanagement. Ein Beispiel ist Nico Keis, der eine Ausbildung zum Kaufmann für Digitalisierungsmanagement macht und zuvor sieben Semester Grundschullehramt studierte, bevor er sich für die IT entschied. Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre, kann jedoch verkürzt werden.

Auch das Autohaus Stanglmaier in Starnberg berichtet von den Herausforderungen bei der Rekrutierung von Auszubildenden. Der Serviceleiter Maximilian Purkart betonte, dass es mittlerweile schwieriger geworden ist, geeignete Bewerber zu finden. Monatlich gehen nur fünf bis acht Bewerbungen im Autohaus ein, während es vor zehn Jahren noch doppelt so viele waren.

In Bezug auf die Geschlechterverteilung in den gewählten Ausbildungsberufen bevorzugen Mädchen häufig eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, während Jungen sich verstärkt für die Lehre zum Fachinformatiker oder Industriekaufmann entscheiden. Darüber hinaus haben 22 % der 305 neuen Auszubildenden im Landkreis Starnberg keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Laut der Süddeutschen Zeitung ergreifen Unternehmen zunehmend die Initiative, Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland zu suchen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die IHK sieht die Anwerbung ausländischer Azubis als integrativen Bestandteil der Berufsausbildung.