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Der 41-jährige Angeklagte aus Petting wurde am Landgericht Traunstein zu neun Jahren Gefängnis verurteilt wegen versuchten Mordes. Dies ist das Ergebnis eines Prozesses, der wegen eines schweren Säureangriffs auf einen 32-jährigen Rosenheimer stattfand, der am 13. Mai 2024 verübt wurde. Der Richter, Volker Ziegler, stellte fest, dass die Tat geplant war, da der Angeklagte sich zuvor über eine falsche Identität und eine zweite Handynummer die Adresse des Opfers besorgt hatte.
Am Vorfallstag spritzte der Angeklagte hochgiftige Flusssäure in das Gesicht des Rosenheimers. Der Täter hatte die Flusssäure zuvor bestellt, und das Opfer wurde ahnungslos überrascht. Dabei erlitt der Rosenheimer schwere Verletzungen, insbesondere an den Augen und Füßen, und benötigt bis heute medizinische Behandlung sowie möglicherweise mehrere Operationen. Laut der Staatsanwaltschaft hatte der 41-Jährige den Rosenheimer heimtückisch angegriffen, was als besonders schwerwiegendes Element der Tat eingestuft wurde.
Details zum Prozess und den Folgen
Die Staatsanwaltschaft forderte eine lebenslange Haftstrafe, da das Opfer in ernsthafter Lebensgefahr schwebte. Das Gericht entschied sich jedoch für eine mildere Strafe, weil das Opfer laut den Richtern nicht in konkreter Lebensgefahr gewesen sei. Der Angeklagte, der zuvor nichts zu Schulden kommen ließ und in der Gemeinde ehrenamtlich tätig war, hatte zudem angekündigt, Revision gegen das Urteil einzulegen. Der Anwalt des Opfers bezeichnete das Urteil als fair.
Eifersucht wird als mögliches Motiv des Täters vermutet, da der Angeklagte zuvor von seiner Freundin verlassen wurde, die Zeit mit dem Opfer verbrachte. Der Prozess zog sich über mehrere Verhandlungstage, um alle Fragen zu klären. Der Angeklagte hatte die Flusssäure im Vorfeld beschafft und sich zur Durchführung der Tat im Detail vorbereitet.
Für den Rosenheimer bleibt die Folge des Angriffs erheblich; Verätzungen der Hornhaut, Verbrennungen und ein akutes Nierenversagen verbunden mit einer ernsthaften Gefahr der Erblindung wirkten sich gravierend auf seine Gesundheit aus. Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter nach etwa zwei Wochen fassen, nachdem dieser vom Tatort geflohen war.