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Berlin in den 30ern: „Cabaret“ zeigt Vergnügen und Verzweiflung!

Am 5. April 2025 wird im Theater Lübeck das Schauspiel „Cabaret“ aufgeführt, das in das Berlin der frühen 1930er Jahre entführt. Das Stück basiert auf den autobiografischen Erzählungen von Christopher Isherwood sowie dem Theaterstück „Ich bin eine Kamera“ von John van Druten. Die Geschichte folgt dem amerikanischen Schriftsteller Clifford Bradshaw, der in Berlin Inspiration für seinen neuen Roman sucht. Während seines Aufenthalts taucht er in das pulsierende Nachtleben des „Kit Kat Klub“ ein, wo er die Sängerin Sally Bowles trifft. Ihre Beziehung entwickelt sich vor dem düsteren Hintergrund der aufkommenden Bedrohung durch den Nationalsozialismus.

Die Inszenierung des Musicals verbindet unvergessliche Songs, wie „Willkommen“, „Mein Herr“ und „Maybe This Time“, mit einer tiefgehenden Thematisierung des Zusammenspiels von Vergnügen und Verzweiflung. Die Musik stammt von John Kander, während die Gesangstexte von Fred Ebb verfasst wurden. In der Darstellung wird das aufregende Nachtleben Berlins eindrucksvoll mit den gesellschaftlichen Veränderungen der damaligen Zeit kontrastiert, was das Stück besonders fesselnd macht, wie [luebeck-verliebt.de](https://luebeck-verliebt.de/kalender/cabaret-im-theater-luebeck/2025-04-05/) berichtete.

Kulturelles Erbe der Weimarer Republik

Das Stück „Cabaret“ ist nicht nur eine Kunstform, sondern auch ein Abbild der kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Weimarer Republik, die die alte Monarchie in Deutschland ablöste. In den 1920er Jahren erlebte Berlin eine kulturelle Blüte, in der sich eine Vielzahl an Künstlern, Wissenschaftlern und Denkern versammelten. Jüdische Schriftsteller, Filmemacher und Musiker erreichten in diesem Umfeld kreative Höhen, bevor die Nazis die kulturelle Vielfalt verdrängten. Über 500 erotische Nachtclubs und Kabaretts prägten das Stadtbild und boten ein reichhaltiges Unterhaltungsangebot. Diese Atmosphäre förderte die Entstehung provokanter Werke wie Fritz Langs „Metropolis“ und der „Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bertolt Brecht, die bedeutend für die Kulturgeschichte dieser Zeit sind, wie [literaryyard.com](https://literaryyard.com/2025/01/17/berlin-when-life-was-a-cabaret/) berichtete.

Die kulturelle Blüte endete schließlich mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten, die zu einer massiven Abwanderung von Künstlern und Intellektuellen führte. Berlin war von den 1920er Jahren bis 1933 eine der aufregendsten Städte der Welt, bevor die Bücherverbrennungen und die Verfolgung von jüdischen Wissenschaftlern und Künstlern die Vielfalt und Kreativität der Stadt nachhaltig zerstörten.