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Julia Klöckner sorgt für Wirbel: Besuch bei der AfD abgesagt!

Schon vor ihrem offiziellen Amtsantritt stand Julia Klöckner, die designierte Präsidentin des neuen Bundestags, im Brennpunkt der politischen Debatte. Die CDU-Politikerin plante, als eine Art Antrittsbesuch auch der AfD-Fraktion im Bundestag einen Besuch abzustatten. Eine Entscheidung, die im politischen Berlin für Unruhe und Diskussionen sorgte. Besondere Empörung kam von den Grünen: Könnte das ein falsches Signal in Richtung Normalisierung einer Fraktion mit rechtsextremen Tendenzen sein? [Welt](https://www.welt.de/politik/deutschland/article255772350/Julia-Kloeckner-Nach-Ultimatum-von-Gruenen-CDU-Politikerin-macht-doch-keinen-Antrittsbesuch-bei-AfD-Fraktion.html) berichtete, dass die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katharina Dröge und Britta Haßelmann schriftlich protestierten und Klarstellung verlangten.

Doch manchmal verläuft die Politik über verschlungene Pfade. Der geplante Besuch fiel ins Wasser, aber nicht nur wegen des Protests der Grünen. Wie es der Zufall wollte, verschob die AfD ihre Sitzung auf Montagabend, als Klöckner bereits bei der SPD eingeladen war. Der Besuch fiel aus, ein politisch praktischer Zufall. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Rückblick auf Klöckners Karriere

Julia Klöckner ist nicht neu im Rampenlicht der politischen Bühne. Als ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin stand sie für Maßnahmen wie das Tötungsverbot männlicher Küken oder die Einführung des Nutri-Scores. Doch auch hier geriet sie unter Beschuss, insbesondere wegen ihrer Nähe zum umstrittenen Lebensmittelkonzern Nestlé. Ein berühmt-berüchtigter Karnevalswagen in Mainz verspottete sie 2020 als „Julias Liebesnestle“, womit ihre Verbindung zum Nestlé-Deutschland-Chef gekonnt aufs Korn genommen wurde.

Frisch im Bundestag zurück, war Klöckner als wirtschaftspolitische Sprecherin und Schatzmeisterin der CDU tätig. Doch auch hier, vor dem Hintergrund einer zukünftigen Rolle als Bundestagspräsidentin, bleibt Kritik nicht aus. Die Organisation Lobbycontrol sieht einen Interessenkonflikt in ihrer Rolle, da sie gleichzeitig die Aufsicht über die Parteienfinanzierung innehaben könnte. „Keine gute Wahl“, heißt der Vorwurf.

Neue Herausforderungen und Ziele

Trotz der Kontroversen um ihre Person sieht die CDU in Klöckner die ideale Besetzung für den Posten der Bundestagspräsidentin. Sie solle ein Vorbild sein und für Debatten mit „Respekt und Würde“ sorgen. Dies ist keine Selbstverständlichkeit mehr: Gerade seit dem Einzug der AfD in den Bundestag sind die Diskussionen häufig hitzig und manchmal anstößig. [RND](https://www.rnd.de/politik/julia-kloeckner-tritt-nicht-zur-afd-fraktion-wegen-terminproblemen-IE8XZYIQ2OIABLL7TZC6HEIE7E.html) hob hervor, dass besonders die bisherige Bundestagspräsidentin Bärbel Bas mehrfach auf die verschärfte Diskussionskultur hinwies.

Das kommende Amt bringt Verantwortung mit sich, und Klöckner soll, laut CDU-Chef Friedrich Merz, dafür sorgen, dass „dieses Herz unserer Demokratie“ nicht beschädigt wird. Ihre Wahl gilt als Formsache, doch es bleibt abzuwarten, ob sie dem Gegenwind im politischen Berlin standhalten kann. Eines ist sicher: Es wird spannend zu beobachten, wie sie den Spagat zwischen politischer Diplomatie und innerparteilichem Druck meistern wird.