
Die Brandenburger Grünen haben Andrea Lübcke zur neuen Co-Landesvorsitzenden gewählt. Bei der Wahl erhielt Lübcke 81 von 134 Stimmen, was einer Zustimmungsrate von 60,5 Prozent entspricht. Die Wahl fand im Rahmen einer Landesdelegiertenkonferenz in Potsdam statt. Ihre Mitbewerberinnen, Linda Weiß und Judith Paeper, erhielten 35,8 Prozent und knapp 3 Prozent der Stimmen, respektive. Lübcke, die auch als Fraktionschefin im Kreistag Dahme-Spreewald tätig ist, betont in ihrer Ansprache die Themen Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Demokratie und fordert eine stärkere Präsenz der Partei auf dem Land. Sie sieht einen notwendigen „neuen Aufbruch“ für die Grünen in Brandenburg.
Die Wahl von Lübcke wurde möglich, weil die bisherigen Landeschefinnen, Hanna Große Holtrup und Alexandra Pichl, nicht mehr für eine Wiederwahl antraten. Diese personellen Veränderungen sind Teil eines Neuanfangs der Brandenburger Grünen, die nach einem schlechten Abschneiden bei der Landtagswahl im September 2024, bei der sie nur 4,1 Prozent der Stimmen erhielten und aus dem Landtag ausschieden, einen neuen Kurs einschlagen wollen. Bei der Bundestagswahl erzielten die Grünen in Brandenburg 6,6 Prozent.
Neuer Vorstand und Herausforderungen
Die Neuwahl der Landesspitze wurde mit dem Rückzug des kompletten Vorstands im November 2024 angekündigt. Lübcke, die zuvor als Beisitzerin im Kreisvorstand Dahme-Spreewald tätig war, trat gegen Linda Weiß, die als Direktkandidatin für den Landtag 2024 und den Bundestag 2025 antritt, sowie Judith Paeper, die Stadtverordnete im Stadtparlament Hohen Neuendorf ist, an. Auf dem offenen Platz für den Co-Vorsitz kandidierten auch Clemens Rostock, ehemaliger Landeschef von 2014 bis 2019, und der 23-jährige Dario Hansche, der seit sieben Jahren Mitglied der Grünen ist, wie der Tagesspiegel berichtete.
Die derzeitigen Herausforderungen und die Notwendigkeit einer Neuausrichtung sind klar umrissen, und Lübcke sowie ihr Team werden sich darauf fokussieren, die Brandenburger Grünen wieder stärker in der politischen Landschaft zu verankern, nachdem sie zuletzt mit SPD und CDU regiert hatten.