
Ein Castor-Transport mit hochradioaktivem Abfall ist auf dem Weg von Großbritannien nach Niederbayern. Der Transport zielt auf das Zwischenlager in Niederaichbach, das im Landkreis Landshut liegt. Organisiert wird der Transport von der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) in Essen und der britischen Firma Sellafield Ltd., die in der Wiederaufbereitung von Brennelementen tätig ist. Deutschland ist verpflichtet, den Atommüll aus dieser Wiederaufbereitung zurückzunehmen.
Der Transport wird voraussichtlich durch Südniedersachsen fahren und die Region des Landkreises Northeim durchqueren. Die geplante Route verläuft von Nordenham über Bremen, Hannover, Northeim, Göttingen, Fulda und Nürnberg nach Landshut. Die Fahrtzeit wird auf mehr als 14 Stunden geschätzt. Der Castor-Transport begann am Dienstagmorgen um 5:30 Uhr im Hafen von Nordenham, wo die Castor-Behälter, die jeweils rund 100 Tonnen wiegen, per Schwerlastkran auf die Eisenbahnwaggons verladen wurden.
Proteste und Polizeischutz
Die Verladung der Castoren geschah unter der Aufsicht von Sachverständigen, die die Einhaltung der gesetzlichen Strahlungsgrenzwerte überprüften. Ein großes Polizeiaufgebot wird den Transport sowohl im Zug als auch an Bahnhöfen und Brücken absichern. Protestaktionen entlang der Strecke sind bereits geplant, darunter eine Mahnwache vor dem Göttinger Bahnhof. Atomkraftgegner kritisieren den Transport und fordern ein sicheres Konzept für die Endlagerung von Atommüll, wie taz.de berichtete.
Zusätzlich ist zu beachten, dass am Dienstagmorgen die „Pacific Grebe“, ein Spezialschiff, den Hafen Nordenham erreichte und sieben Castorbehälter mit hochradioaktivem Müll aus deutschen Atomkraftwerken transportierte. Die Ankunft des Schiffs wurde von der Gesellschaft für Nuklear-Service als „planmäßig“ bestätigt. Insgesamt müssen noch 14 Castorbehälter aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield zurückgebracht werden. Die Castoren werden mit einem Kran auf die Eisenbahnwaggons verladen, wobei dieser Vorgang mindestens einen Tag in Anspruch nehmen soll. Die Abfahrt des Zuges wird frühestens für Mittwochabend erwartet, und im Hafenbereich sowie am Nordenhamer Bahnhof sind Mannschaftswagen der Polizei im Einsatz.
Die Behörden und die Polizei geben keine Auskunft über die genaue Route und die Abfahrtszeit des Zuges. Einwohner der Region müssen sich in den kommenden Tagen auf Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen einstellen. Zudem wurde eine Flugverbotszone über dem Hafengebiet und der Bahnstrecke Nordenham-Hude bis Donnerstag eingerichtet. Der gesetzliche Grenzwert von 100 Mikrosievert pro Stunde wurde bereits bei Messungen in Sellafield weit unterschritten, wie hna.de berichtete.