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Deutsch-Indische Geschichte: Leelamma Nadamala als Wegbereiterin!

Am 21. März 2025 wird das Leben von Leelamma Nadamala am Stettfelder Friedhof gewürdigt. Der dort aufgestellte Grabstein dient als Denkmal für ihre Geschichte und erinnert an die bedeutende Verbindung zwischen Deutschland und Indien. Leelamma Nadamala war eine Frau aus Südindien, die in Deutschland eine neue Heimat fand und deren Geschichte einen Teil der deutsch-indischen Beziehungen darstellt, die in den 1960er Jahren begann.

Die katholische Gemeinde in Stettfeld entwickelte sich in dieser Zeit zu einem Zentrum der deutsch-indischen Migration. Historiker Dr. Tobias Santosh Großmann wird am 22. März 2025 um 14 Uhr im Römerkeller am Marcellusplatz in Ubstadt-Weiher einen Vortrag halten, der sich mit der Migration von Frauen aus Kerala nach Deutschland befasst. Diese Migration wurde durch Leelamma Nadamala und den Pfarrer Hubert Debatin angestoßen. Hunderte junge Frauen aus Kerala fanden über Stettfeld Zugang zu einem neuen Leben in Deutschland, was zu einer Kettenmigration führte. Tausende indische Migrantinnen arbeiteten in der Folge im Pflegesektor und in Ordenshäusern in Deutschland. Stettfeld wird für viele dieser Frauen zu einem Zufluchtsort, unterstützt von deutschen Gastfamilien.

Veranstaltung und Gedenken

Der Vortrag von Dr. Santosh Großmann ist auch eine Gelegenheit, an Leelamma Nadamala zu gedenken, die 1966 im Alter von 22 Jahren starb. Zeitzeugen werden nach Stettfeld zurückkehren, um Erinnerungen an die Migration auszutauschen. Dr. Santosh Großmann, der an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt über die Migrationsgeschichte indischer Pflegekräfte promovierte, wird in seinem Vortrag auf seine Dissertation mit dem Titel „Fachkräftemigration – Pflegenotstand – Nächstenliebe: Katholische Frauen aus Kerala (Indien) in deutschen Krankenhäusern der 1960er“ eingehen. Die Veranstaltung wird vom Bildungswerk Forst und Ubstadt-Weiher organisiert, der Eintritt ist frei, Spenden werden jedoch gern entgegengenommen.

Aktuelle Entwicklungen im Pflegesektor

In einem anderen Zusammenhang beleuchtet eine Recherche die derzeitige Situation im deutschen Pflegesektor. In Deutschland fehlen etwa 35.000 Pflegekräfte, was durch die Corona-Krise verstärkt wurde. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat in diesem Kontext eine Vermittlungsabsprache mit dem indischen Bundesstaat Kerala getroffen. Diese Vereinbarung hat das Ziel, Pflegefachkräfte für deutsche Krankenhäuser, Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu rekrutieren. Erste Pflegekräfte sollen bereits im Jahr 2023 nach Deutschland kommen, nachdem sie eine intensive Vorbereitung durchlaufen haben.

Die Vereinbarung ist eine der ersten ihrer Art mit einem Nicht-EU-Staat. Bei den Verhandlungen wurde darauf geachtet, dass die Pflegekräfte nicht aus Ländern rekrutiert werden, die selbst einen Mangel an Fachkräften aufweisen. Der Bundesstaat Kerala ist hierbei besonders geeignet, da dort die Anzahl der Pflegekräfte pro Einwohner über dem indischen Landesdurchschnitt und dem Richtwert der Weltgesundheitsorganisation liegt. Angesichts der erwarteten Zunahme von rund sechs Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland bis 2030 wird mit einem Mangel von mehr als 180.000 Pflegekräften gerechnet. Vor der Ausreise erhalten die Pflegekräfte in ihrem Heimatland sprachliche und fachliche Unterstützung, um ihnen den Übergang zu erleichtern, wie der Berliner Kurier berichtete.