
In Deutschland erfreuen sich Bankschließfächer großer Beliebtheit, obwohl sie oft geheimnisvolle Orte sind, deren Inhalte den Bankmitarbeitern unbekannt sind. Laut einem Bericht von Südkurier bietet die Volksbank im Geschäftsgebiet von Villingen bis Konstanz über 7000 Schließfächer an. Die Kosten für diese Schließfächer variieren zwischen 75 und 180 Euro pro Jahr, abhängig von der Größe des Fachs. Bisher blieb die Auslastung der Schließfächer in den letzten vier Jahren stabil, was auf ein anhaltendes Interesse hinweist.
Während die Sparkasse Schwarzwald-Baar keine Informationen zu seinen Schließfächern herausgibt, informiert Gerhard Ruby, ein Fachanwalt für Erbrecht, über einige der häufigsten Inhalte, wie alte Unterlagen, Depotauszüge, Modeschmuck und religiöse Gegenstände. Ruby warnt jedoch, dass wertvolle Dokumente wie Testamente nicht in Schließfächern aufbewahrt werden sollten, da diese nach dem Tod des Inhabers nicht mehr zugänglich sind. In Deutschland ist es zudem verboten, lebende Tiere, radioaktives Material, Waffen oder Munition in Bankfächern zu lagern.
Rechtliche Aspekte der Bankschließfächer
Eine steigende Zahl an Bankschließfächern in Deutschland wirft auch rechtliche Fragen auf. Wie Börse Online berichtet, gehört der Inhalt eines Bankschließfachs zum Nachlass des Erblassers. Banken sind gesetzlich verpflichtet, das Finanzamt über die Existenz eines Schließfachs zu informieren, und der Erbe muss den Inhalt in seiner Erbschaftssteuererklärung angeben. Wertgegenstände wie Goldmünzen, Bargeld, Wertpapiere und Schmuck fallen unter die deklarierbaren Objekte. Für Erbengemeinschaften empfiehlt es sich, das Schließfach gemeinsam zu öffnen, um Misstrauen zu vermeiden.
Um auf den Inhalt eines Schließfachs zugreifen zu können, müssen Erben sich bei der Bank legitimieren, häufig ist ein Erbschein erforderlich. Um künftigen Problemen vorzubeugen, sollten Vollmachten zu Lebzeiten erteilt werden. Im Falle von Erbengemeinschaften können Entscheidungen über Wertpapiere zudem nur einvernehmlich getroffen werden. Ein frühzeitiger Vermögensübergang unter Nießbrauchvorbehalt kann in diesem Zusammenhang vorteilhaft sein.