
In Gießen plant der Magistrat die Umbenennung eines Platzes in „Toni-Hämmerle-Platz“, um dem Komponisten des berühmten Karnevalslieds „Humba, humba Täterä“ zu ehren. Toni Hämmerle, der in den frühen 1960er Jahren in Gießen das Lied im Lokal „Zum Grünen Kranz“ erfand, soll somit eine symbolische Würdigung erfahren, die zum 111. Geburtstag des Musikers in diesem Jahr erfolgen könnte, wie die FAZ berichtet.
Der Platz, der zwischen dem Uni-Gebäude und dem ehemaligen Finanzamt liegt, wird aktuell von der Kommission für Straßen- und Platzbenennungen geprüft. Auf der anderen Seite hat die politische Gruppe Gigg/Volt einen Antrag eingereicht, um den Platz nach einer weiblichen Persönlichkeit zu benennen, und fordert eine Bürgerbeteiligung zur Erstellung einer Liste von Namensvorschlägen.
Hämmerles Lebenswerk
Toni Hämmerle, der nach dem Zweiten Weltkrieg als Telefonist an der Justus-Liebig-Universität tätig war und sein Augenlicht bei einem Bombenangriff verlor, hinterlässt ein bemerkenswertes Erbe. Hämmerle, der 1968 in Gießen starb, engagierte sich intensiv in der Gießener Fassenachts-Vereinigung und wurde als Texter und Komponist auch über die Region hinaus bekannt. Zu seinen weiteren Kompositionen zählt die Operette „Studentenstreiche“, die 1954 uraufgeführt wurde. Seine Witwe Tina Hämmerle hat eine besondere Verbindung zur Stele mit seiner Büste, die in Gießen aufgestellt wurde. Diese steht in unmittelbarer Nähe ihres Wohnhauses und wurde 2019 enthüllt, wie die Gießener Allgemeine berichtet.
Die Enthüllung der Büste in der Stephanstraße fand in Anwesenheit von Hämmerles Witwe Christina, die mittlerweile 95 Jahre alt ist, sowie von weiteren Gästen statt. Christina erinnerte sich an die besondere Bedeutung des Musikers für die Region Gießen und unterstrich die Unterstützung, die er seinerzeit von seiner Frau erhielt. Hämmerles Lebenswerk wird besonders von Nachbarn und Unterstützern gewürdigt, die seine Verdienste um die lokale Kultur schätzen.