Hamburg

75 Jahre Grindelhochhäuser: Ein Hamburger Wohntraum und seine Geschichte

Am 3. April 2025 jährt sich der Einzug der ersten Mieter in die Grindelhochhäuser in Hamburg zum 75. Mal. Diese markanten Bauwerke bestehen aus zwölf Hochhäusern aus gelbem Backstein, die zwischen 8 und 14 Stockwerke hoch sind. Insgesamt bieten die Grindelhochhäuser rund 2.000 Wohnungen und sind ein bedeutendes Beispiel Hamburger Architektur.

Gundula Schmidt-Brunn, eine der ersten Mieterinnen, lebt seit 75 Jahren in den Grindelhochhäusern. Bei ihrem Einzug im Jahr 1950 empfand sie die Ausstattung mit warmem Wasser und einer kleinen Küche als großen Luxus. Damals waren die Wohnungen modern gestaltet, mit großen Fenstern und Müllschluckern. Die Grindelhochhäuser wurden 1946 in einer Zeit großer Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut, nachdem vor dem Krieg in Hamburg über 220.000 Wohnungen durch Bombenangriffe zerstört worden waren.

Architektur und Baugeschichte

Die Grindelhochhäuser waren ursprünglich für die britische Besatzungsmacht geplant, wurden jedoch von Hamburgern bezogen. Bis 1956 wurden insgesamt 2.122 Wohnungen fertiggestellt, in denen etwa 5.400 Menschen lebten. Die Architektur stellte einen Bruch mit der Bauweise der Vorkriegszeit dar und sollte eine optimale Besonnung der Wohnungen gewährleisten. Die Verwendung der gelben Klinker war eine Abkehr von der traditionellen roten Klinkerbauweise.

In den 1970er- und 1980er-Jahren verschlechterte sich der Ruf der Grindelhochhäuser, da die Bauten verfielen und die Müllschlucker oft verstopft waren. Zudem änderte sich die Bewohnerstruktur, da viele Wohnungen von Personen mit Migrationshintergrund belegt wurden. In den 1990er-Jahren investierte die SAGA 75 Millionen D-Mark in Sanierungsmaßnahmen. Seit 2000 stehen die Grindelhochhäuser unter Denkmalschutz, was zu einer Wiederbelebung des Interesses an den Wohnungen führte. Langzeitmieter berichten von einer sozialen Durchmischung und einem guten nachbarschaftlichen Miteinander.

Die Grindelhochhäuser sind ein denkmalgeschütztes Ensemble von zwölf Hochhäusern in Hamburg-Eimsbüttel, die zwischen 1946 und 1956 auf dem Gebiet des zerstörten jüdischen Grindel-Viertels in Hamburg-Harvestehude errichtet wurden. Als erste Wohnhochhäuser in Deutschland nach 1945 spiegeln sie moderne Hochhausvisionen der 1920er Jahre wider. Zur kompletten Sanierung zwischen 1995 und 2006 flossen Investitionen von circa 75 Millionen Euro.

Im Juli 2006 lebten etwa 3.000 Menschen in den Grindelhochhäusern, während ein Gebäude, die Oberstraße 14, lange leer stand und 2012 für 30 Millionen Euro renoviert wurde. Der gesamte Komplex ist von einem 10 Hektar großen Park umgeben, der als Parkanlage Grindelberg bekannt ist. In den Erdgeschossen der Hochhäuser befanden sich ursprünglich Läden, ein Café, ein Restaurant und eine Arztpraxis. Zudem prägen fünf Bronzeskulpturen die Parkanlage seit 1957.

Die Hochhäuser sind von vier Straßenschleifen erschlossen, um Durchgangsverkehr zu vermeiden, und ihre Architektur soll sich bewusst von der des Nationalsozialismus abheben. Die Architekten der Grindelhochhäuser waren politisch unbelastet und hatten während des Nationalsozialismus nicht als Architekten gearbeitet. In der Bundesrepublik wurden die Hochhäuser unterschiedlich bewertet, teilweise bewundert, teilweise kritisiert.

Weitere Informationen zu den Grindelhochhäusern finden Sie bei NDR und auf Wikipedia.