Hersfeld-RotenburgRotenburg (Wümme)

Krätze breitet sich aus: Gesundheitsamt warnt vor Reinfektionen!

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg verzeichnet das Gesundheitsamt einen alarmierenden Anstieg von Krätze-Fällen (Skabies). Peter Artelt, der Leiter des Gesundheitsamtes, äußert Besorgnis über die wiederkehrenden Ansteckungen, die auftreten, wenn nicht alle engen Kontaktpersonen gleichzeitig behandelt werden. Krätze wird durch Milben verursacht, die sich in der Haut vermehren, und verbreitet sich hauptsächlich durch engen Hautkontakt, nicht durch unzureichende Hygiene. Die typischen Symptome sind nächtlicher Juckreiz und Hautausschläge, die bis zu Wochen nach der ersten Ansteckung auftreten können.

Die Therapie erfolgt in der Regel mit speziellen Cremes oder Tabletten. Allerdings wurden zunehmend Fälle von Therapieversagen beobachtet. Das Gesundheitsamt empfiehlt daher eine Kombinationstherapie, die den Leitlinien des Robert Koch-Instituts entspricht. Eine konsequente Behandlung sowie die gleichzeitige Behandlung aller engen Kontaktpersonen sind von entscheidender Bedeutung. Kleidung und Bettwäsche sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, und Polstermöbel sollten gründlich gereinigt oder einige Tage nicht genutzt werden, da die Milben bis zu 24 Stunden überleben können.

Erreger und Übertragungsweg

Die Krätzemilbe, Sarcoptes scabiei var. hominis, ist der Erreger der Infektion. Diese Milben sind obligate Parasiten und gehören zur Gruppe der Spinnentiere. Weibliche Milben sind zwischen 0,3 und 0,5 mm groß und graben Gänge in die Haut, in denen sie bis zu 60 Tage leben. Die Infektiosität nimmt mit der Zeit ab; bei Temperaturen von 34°C überleben die Milben weniger als 24 Stunden. Die Übertragung erfolgt durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt und hat eine Inkubationszeit von 2 bis 5 Wochen bei Erstinfektion, und 1 bis 4 Tage bei Reinfektion.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat mehrere Informationen zu Skabies zusammengestellt, die auf den § 4 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) basieren. Die RKI-Ratgeber richten sich an Fachkreise, darunter Ärztinnen und Ärzte, sowie medizinisches Fachpersonal und den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Neu erstellte Ratgeber und überarbeitete Versionen werden im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht und sind auf der RKI-Website abrufbar. Die Informationen befassen sich unter anderem mit den typischen Symptomen, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten sowie Hygienemaßnahmen.

Die Ausbreitung von Skabies erfolgt weltweit, mit höherer Inzidenz in kalten Klimazonen. Insbesondere in tropischen Ländern kann die Prävalenz bis zu 15% betragen, besonders bei Kindern und vulnerablen Gruppen. Ausbrüche treten häufig in Einrichtungen mit engem Hautkontakt, wie Kindergärten, Gefängnissen und Altenheimen auf. Asylsuchende aus Ländern mit hoher Prävalenz tragen ein erhöhtes Risiko für die Übertragung.

Für eine erfolgreiche Eindämmung von Ausbrüchen sind eine klare Diagnose, die Bildung eines Führungsteams und die gleichzeitige Therapie von Erkrankten sowie Kontaktpersonen notwendig. Darüber hinaus ist die Dokumentation des Geschehens sowie die Umsetzung von Hygiene- und Umgebungsmaßnahmen essenziell, um das Infektionsgeschehen zu kontrollieren. Weitere Details zu Therapiemöglichkeiten und Hygienemaßnahmen finden sich in den RKI-Ratgeber, die auf rki.de veröffentlicht sind.

Für weitere Informationen zu den Anstieg der Krätze-Fälle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg können Interessierte den Bericht der Fuldaer Zeitung lesen.