
Der Lahn-Dill-Kreis ist eine wirtschaftlich starke Region, die durch innovative Unternehmen geprägt ist. Ein besonders herausragendes Beispiel ist die Firma Satisloh in Wetzlar, die als führender Hersteller von Maschinen und Produktionslösungen für die Brillenglas- und Präzisionsoptikindustrie gilt. Produkte von Satisloh umfassen dabei nicht nur Brillengläser, sondern auch feinoptische Linsen für Endoskope, Kameras und Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt.
Eine Wirtschaftsdelegation des Lahn-Dill-Kreises, angeführt von Landrat Carsten Braun und Wirtschaftsdezernent Prof. Dr. Harald Danne, besuchte kürzlich Satisloh, um sich über die aktuellen Herausforderungen des Unternehmens zu informieren. Hauptthema des Besuchs war der Fachkräftemangel, ein Problem, das auch im Lahn-Dill-Kreis spürbar ist. Geschäftsführer Tobias Armbruster berichtete, dass 95 Prozent der Mitarbeitenden bei Satisloh Fachkräfte sind. Das Unternehmen legt großen Wert auf die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte und unterstützt deren Weiterbildung.
Herausforderungen und Lösungen im Fachkräftemangel
Armbruster äußerte sich kritisch zu den bürokratischen Hürden, die bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse bestehen. Dies wird als hinderlich für die Integration von Fachkräften in den deutschen Arbeitsmarkt angesehen. Dazu bemerkte Dietmar Persch, Hauptgeschäftsführer der IHK Lahn-Dill, dass ein neues Welcome Center in Wetzlar ab dem 1. Juni 2025 ausländische Fachkräfte unterstützen soll.
Prof. Dr. Harald Danne lobte die Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, die Satisloh bietet, und hob die Bedeutung der Nachhaltigkeit hervor. Das Unternehmen hat bereits Maßnahmen ergriffen, um umweltfreundlicher zu wirtschaften. So wird beispielsweise die ART-Technologie eingesetzt, die giftige Schwermetallverbindungen durch ungiftigen, UV-härtenden Kleber ersetzt. Zudem erzeugt Satisloh Strom durch eigene Solaranlagen auf den Betriebsgebäuden mit dem Ziel, CO2-neutral zu werden.
In Ergänzung zu diesen Aspekten bietet Satisloh flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice-Möglichkeiten und verschiedene betriebliche Zusatzleistungen an. Jessica Müller, die Marketingbeauftragte des Unternehmens, betonte die gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für die Mitarbeitenden. Landrat Carsten Braun äußerte Dank für den Einblick in das Unternehmen und unterstrich die Wichtigkeit des Austauschs mit heimischen Firmen.
Die Situation des Fachkräftemangels steht nicht isoliert da. Laut der Statistik der Arbeitsagentur werden Maßnahmen ergriffen, um den Bedarf an Fachkräften in verschiedenen Branchen umfassend zu analysieren und zu decken, was bei der Planung und Akquisition neuer Fachkräfte von entscheidender Bedeutung ist.