
Andreas Köck und Oliver Klein, Gründer der Entosolutions GmbH, haben ihre Vision für die Integration von Insektenprotein in die Landwirtschaft des Vogelsbergkreises vorgestellt. Die Präsentation fand im Rahmen der Ortslandwirteversammlung in Frischborn statt und wurde von der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie dem Fraunhofer-Institut unterstützt. Ihr Ziel ist es, den Vogelsbergkreis als Modellregion für die Erzeugung von Insektenprotein aus lokaler Landwirtschaft zu etablieren.
Kreislandwirt Andreas Kornmann beschrieb das vergangene Jahr als ein „ereignisreiches Jahr“ für die Landwirtschaft und sprach über politische Veränderungen sowie den Wunsch nach weniger Bürokratie. Michael Ruhl, Staatssekretär im Hessischen Landwirtschaftsministerium, thematisierte die klimatischen Herausforderungen und die Probleme durch Tierseuchen, äußerte jedoch Optimismus bezüglich der EU-Agrarpolitik und des Bürokratieabbaus. Die Landesregierung hat sich zur Erhaltung regionaler Schlachtstätten bekannt und unterstützt zudem die Einführung von „Trendwende Wolf“ im hessischen Jagdrecht, um Herdenschutz zu fördern.
Einschläge in die Landwirtschaft
Landrat Dr. Jens Mischak äußerte Kritik an den Tierrechtsaktivisten, die in einen landwirtschaftlichen Betrieb eingedrungen sind. Er forderte einen Aufbruch der verkrusteten bürokratischen Strukturen sowie ein Signal von der Bundesregierung zur Schaffung von Leistungsgerechtigkeit. Ein zentrales Thema der Versammlung war auch das Tierwohl und die Rolle der Landwirtschaft bei der Ernährungssicherheit.
Die Entosolutions GmbH plant, tierisches Protein im Schweinefutter künftig durch Insektenprotein zu ersetzen. Zu diesem Zweck wurde ein Gemeinschaftsprojekt zur Erzeugung von Insektenproteinen in einer speziellen Systemhalle präsentiert. Aktuell gibt es im Vogelsbergkreis 1310 Landwirte, deren Anzahl gehalten werden soll.
In diesem Zusammenhang zeigt auch ein EU-finanziertes Projekt, das im Zusammenhang mit Insektenprotein steht, auf, dass Insekten als alternative Proteinquelle das Potential haben, die Kluft zwischen dem Nahrungsmittelbedarf einer wachsenden Bevölkerung und einer nachhaltigen Landwirtschaft zu überbrücken. In dem Projekt SUSINCHAIN werden Industrie, Regierung und Wissenschaft zusammengebracht, um Hindernisse im Insektensektor zu überwinden, wie cordis.europa.eu berichtet.
Das Projekt hat das Ziel, Risikomanagementstrategien und Verarbeitungstechnologien zu entwickeln und zu identifizieren, welche gesetzlichen Grenzwerte für Schadstoffe in Futtermitteln angewendet werden müssen. Die ersten Ergebnisse zeigen eine minimale Anreicherung von Toxinen und Krankheitserregern in Zuchtinsekten. Höhere gesetzliche Grenzwerte für Insektenzucht-Substrate könnten zudem zur Förderung kostengünstiger Alternativen beitragen.