
Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) hat eine umfassende Notfallübung zur Versorgung von Patienten durchgeführt, die einer möglichen radioaktiven Gefährdung ausgesetzt waren. In Zusammenarbeit mit der Bundeswehr fand die Übung statt und zielte darauf ab, die optimale Patientenversorgung sowie den Schutz des Personals und anderer Patienten vor Strahlengefährdung zu gewährleisten.
Die Klinik für Nuklearmedizin am UKW, die ein regionales Strahlenschutzzentrum ist, erprobte verschiedene Szenarien, die zwischen Unfällen und Anschlägen mit sogenannten „schmutzigen“ Bomben oder im Extremfall einem nuklearen Waffeneinsatz variieren. Während der Übung wurde ein speziell ausgebildeter Übungspatient von Prof. Dr. Matthias Port, Oberstarzt der Bundeswehr, und Mitarbeitenden des Instituts für Radiobiologie der Bundeswehr an das UKW gebracht.
Übungsdetails und Beteiligte
Zu den geübten Schritten zählten die Dekontamination des Patienten, das Anlegen von Schutzkleidung für das Klinikpersonal sowie die Messung der Strahlenbelastung und die operative Versorgung. Rund 60 Personen waren an dieser mehrstündigen Übung beteiligt, wobei die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die strukturierte Kommunikation als entscheidende Faktoren hervorgehoben wurden. Der Ärztliche Direktor PD Dr. Tim von Oertzen betonte die Bedeutung solcher Übungen für die Sicherheit und die Zusammenarbeit im Klinikum, besonders in der ersten Übung dieser Art.
Zusätzlich testete das UKW während der Übung auch übergeordnete Alarm- und Einsatzpläne. Die Klinik für Nuklearmedizin ist nicht nur regional, sondern auch international aktiv, da sie als einziges WHO-Kollaborationszentrum in Deutschland die medizinische Vorsorge und Hilfe bei Strahlenunfällen betreibt. Diese Rolle wurde kürzlich durch eine Akkreditierung für weitere vier Jahre bestätigt, wie das [Medizinische Universitätszentrum Würzburg](https://www.med.uni-wuerzburg.de/ccc/aktuelles/single/news/erfolgreic-48/) berichtete.
Das WHO REMPAN Kollaborationszentrum unterstützt die Vorsorge und das Management radiologischer und nuklearer Unfälle und berücksichtigt sowohl kleinere Strahlenunfälle als auch großflächige Szenarien. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Überarbeitung der WHO-Richtlinien zur Iod-Blockade nach nuklearen Unfällen sowie auf der Fortbildung von Notärzten im präklinischen Strahlenunfall-Management. Die kontinuierliche Forschung und Entwicklung in diesem Bereich unterstreicht die Expertise und das Engagement des UKW in der globalen Strahlenunfallvorsorge.