
Die kommunalen Haushalte in Deutschland sehen sich derzeit mit einem dramatischen Finanzierungsdefizit konfrontiert, das seit der Wiedervereinigung 1990 auf einem Rekordniveau angekommen ist. Die Zahlen für das Jahr 2024 zeigen ein Defizit von 24,8 Milliarden Euro, dies ist ein dramatischer Anstieg von 6,6 Milliarden Euro im Vorjahr, wie die RP Online berichtete.
Hauptverantwortlich für diese Entwicklung sind die stark gestiegenen Sozialleistungen, die unter anderem durch erhöhte Regelsätze bei Sozialhilfe und Bürgergeld bedingt werden. Die Ausgaben für Sozialleistungen erhöhten sich 2024 um 11,7 % auf insgesamt 84,5 Milliarden Euro. Ein weiterer Anstieg in den Kommunen ist durch die Zahlungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket NRW zu beobachten, mit einem signifikanten Anstieg der Fallzahlen in Hilden – von 1.283 Fällen im Jahr 2023 auf 2.400 Fälle im Jahr 2024.
Fallzahlen in Hilden im Detail
Die spezifischen Zahlen in Hilden zeigen einen bemerkenswerten Anstieg bei den Zahlungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Die Zahl der Teilhabe-Fälle stieg von 205 im Jahr 2022 auf 364 im Jahr 2024. Auch bei der Mittagsverpflegung ist ein Anstieg von 400 Fällen (2022) auf 812 Fälle (2024) zu verzeichnen. Für Schulbeihilfen wuchs die Zahl der Fälle von 476 im Jahr 2022 auf 839 im Jahr 2023.
Zusätzlich sind die Hilfen zum Lebensunterhalt in Hilden von 950.607 Euro (2022) über 1,13 Millionen Euro (2023) auf 1,25 Millionen Euro (2024) angestiegen. Besonders die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung verzeichnete einen Anstieg auf 7,3 Millionen Euro im Jahr 2024.
Statistisches Bundesamt bestätigte, dass 6,2 % der kommunalen Ausgaben im Jahr 2024 nicht durch reguläre Einnahmen gedeckt waren und über Reserven oder Kredite finanziert werden mussten. Während die bereinigten Einnahmen der kommunalen Kernhaushalte um 3,5 % stiegen, blieben die Steuereinnahmen lediglich um 1,5 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.