Deutschland

Luftfahrt-Krise: Deutschland droht Flugzeugflucht in neue Dimension!

Die Luftfahrt in Deutschland steht vor erheblichen Herausforderungen. Hohe Kosten haben dazu geführt, dass Airlines abwandern und die Zahl der angeflogenen Flughäfen sinkt. Der Präsident des Luftverkehrswirtschaftsverbands, Jens Bischof, hat kürzlich Bedenken über die politischen Pläne zur Unterstützung der Branche geäußert. Die deutsche Luftfahrt hat derzeit nur 90% des Vor-Corona-Niveaus erreicht, und die Branche ist enttäuscht über die geplante Steuerentlastung auf Flugtickets von 2,50 Euro pro Passagier und Abflug durch die Koalition aus CDU und SPD. Bischof fordert die komplette Abschaffung der Ticketsteuer, wie sie in Schweden praktiziert wird.

Das Koalitionspapier zur Wiederbelebung der Luftfahrt bleibt vage und umfasst lediglich zehn Zeilen zu diesem Thema. Geplante Maßnahmen beinhalten unter anderem die Abschaffung der nationalen Quote für E-Kerosin und die Rücknahme der Luftverkehrsteuererhöhung. Die hohe Standortkosten in Deutschland werden als Ursache für die „Flugzeugflucht“ angeführt, und Bischof sieht eine Reduzierung der Kosten um mindestens 10 Euro pro Abflug als notwendig an. Das Fehlen von klaren steuerlichen Entlastungen könnte dem Bund Mindereinnahmen von zwei Milliarden Euro bringen.

Erhöhung der Luftverkehrsteuer und deren Folgen

Zusätzlich zur bestehenden Problematik kündigte die Bundesregierung eine Erhöhung der Luftverkehrsteuer um rund 25 Prozent zum 1. Mai an. Jost Lammers, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), warnt, dass diese Erhöhung zu Einschnitten bei der Erholung des Luftverkehrs und der Investitionskraft der Fluggesellschaften führen könnte. Der Koalitionsvertrag sieht vor, die Einnahmen aus der Luftverkehrsteuer für CO2-neutrale Flugkraftstoffe zu verwenden, doch die Ampel-Koalition hat die Förderung für Produktionsanlagen für nachhaltige Flugkraftstoffe von über zwei Milliarden Euro auf rund 100 Millionen Euro gekürzt. Dies wird von Lammers als Abkehr vom Koalitionsvertrag und als Rückschlag für das klimaneutrale Fliegen bezeichnet.

Im europäischen Vergleich hat Deutschland die höchsten staatlichen Standortkosten im Luftverkehr. Der massive Anstieg der Luftverkehrsteuer im Jahr 2020 hat bereits zu einem Rückstand bei der Erholung nach der Corona-Pandemie geführt, wobei das Sitzplatzangebot an deutschen Flughäfen in den nächsten sechs Monaten voraussichtlich nur 87 Prozent des Angebots von 2019 erreichen wird. Dies steht im starken Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, die bereits 104 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen.