
Am 7. März 2025 sind in Mecklenburg-Vorpommern Mitarbeiter des Gesundheits- und Sozialwesens im öffentlichen Dienst zum Warnstreik aufgerufen worden. Die Gewerkschaft ver.di möchte mit diesen Maßnahmen Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen ausüben. Der heutige Warnstreik ist Teil eines bundesweiten Streikes in Care-Berufen und folgt auf ähnliche Aktionen in anderen Bundesländern, die bereits am vorhergehenden Donnerstag stattgefunden haben.
Der Warnstreik legt besonderen Fokus auf Berufe der Care-Arbeit, in denen überproportional viele Frauen tätig sind. Betroffen von den Streikaktionen sind unter anderem kommunale Kitas, Jugendämter sowie die Helios Kliniken in Schwerin und Stralsund. Während Helios die Notversorgung sichert, sind mögliche Einschränkungen im Gesundheits- und Rettungsdienst zu erwarten. Die Schwerpunkte des Streiks liegen insbesondere in Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. In der Stadtverwaltung Neubrandenburg, der Rentenversicherung Nord sowie in einzelnen kommunalen Ämtern sind ebenfalls Aktionen geplant. In Rostock hingegen erwartet man kaum Auswirkungen des Streiks, da die meisten Kitas privat sind und am Südstadtklinikum Rostock kein Streik stattfinden wird. Daher sind hier keine Einschränkungen im Gesundheits- und Rettungsdienst zu befürchten.
Tarifforderungen der Gewerkschaft ver.di
Die Gewerkschaft ver.di fordert in den laufenden Verhandlungen eine Lohnerhöhung von 8 Prozent oder mindestens 350 Euro pro Monat sowie erhöhte Zuschläge für Schichtdienste, einschließlich Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit. Zudem plant ver.di eine Abstimmung über einen dauerhaften Streik und hat bereits weitere Streiks für die kommenden Tage angekündigt.
Zusätzlich finden parallel zu den Warnstreiks in Mecklenburg-Vorpommern, bundesweit Warnstreiks in Kliniken, Rettungsstellen und Pflegeheimen statt, wie ZDF berichtete. Diese bundesweiten Aktionen betreffen über 200 Gesundheitseinrichtungen und wurden auch in Städten wie Köln, Hamburg und Hessen angenommen. Der nächste Warnstreik in Kitas ist für Freitag geplant. Die Gewerkschaft ver.di betont dabei, dass das Wohl der Patienten im Vordergrund stehe und Notdienste in den bestreikten Einrichtungen aufrecht erhalten bleiben. Kommunale Arbeitgeber kritisieren die Warnstreiks, da sie negative Auswirkungen auf die Bürger haben könnten.
In den laufenden Verhandlungen, die vom 14. bis 16. März in Potsdam stattfinden, fordert ver.di neben der Tariferhöhung auch eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen sowie Praktikantenentgelte um 200 Euro monatlich und mindestens drei zusätzliche freie Tage. Die kommunalen Arbeitgeber halten die Forderungen für zu teuer, was zu geschätzten Mehrkosten von rund 11 Prozent oder fast 15 Milliarden Euro jährlich führen würde.