
Heiko Thömen, langjähriger Schuldenberater des Diakonischen Werks in Rotenburg, verabschiedet sich in den Ruhestand. In seine Fußstapfen tritt Tim Leonhard, der bereits seit Anfang 2025 Teil des Teams ist und von Thömen eingearbeitet wurde. Das Diakonische Werk in Rotenburg bietet professionelle Schuldenberatung für Personen an, die mit Überschuldung konfrontiert sind.
Aktuellen Berichten zufolge galten im Jahr 2023 laut Statista etwa 5,65 Millionen Privatpersonen in Deutschland als überschuldet. Die durchschnittliche Schuldenhöhe überschuldeter Personen beläuft sich auf knapp 30.000 Euro. Häufige Ursachen für Überschuldung, besonders bei Alleinlebenden, sind Erkrankungen, Sucht oder Unfälle, die 24 % der Fälle ausmachen. Auch der Verlust des Arbeitsplatzes trägt in 19 % der Fälle zur Überschuldung bei.
Schuldenberatung im Landkreis Rotenburg
Im Landkreis Rotenburg nutzen jährlich rund 200 Menschen die Schuldenberatung. Die Schuldenhöhe variiert erheblich, von geringen Beträgen um 5.000 Euro bis hin zu Millionenbeträgen, insbesondere im Immobiliensektor. Die Beratung konzentriert sich nicht nur auf finanzielle Aspekte, sondern bietet auch Unterstützung im Umgang mit Geld und emotionale Begleitung.
Tim Leonhard bringt eine fundierte Ausbildung mit: Er hat eine Banklehre absolviert und danach Soziale Arbeit studiert, zudem verfügt er über Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit. Das Diakonische Werk stellt darüber hinaus Hilfe bei verschiedenen sozialen Problemen der Klienten zur Verfügung.
Zusätzlich zu den spezifischen Informationen aus Rotenburg sind die nationalen Rahmenbedingungen zur Schuldnerberatung relevant. Wie die Diakonie berichtet, gilt in Deutschland jeder Haushalt als überschuldet, dessen Einkommen nicht ausreicht, um die Lebenshaltungskosten und Rechnungen zu decken. Insgesamt sind etwa sieben Millionen Menschen betroffen, was mehr als drei Millionen Haushalte entspricht. Die Hauptursachen für Überschuldung umfassen Arbeitslosigkeit, Trennung, Scheidung, Krankheit und Einkommensarmut durch Niedriglohn.
Die Konturen der Schuldnerberatung sind klar umrissen: Es gibt über 1.400 gemeinnützige Beratungsstellen in Deutschland, wobei 257 zur Diakonie gehören. Die Diakonie kritisiert die unzureichende Finanzierung der Schuldnerberatung und fordert ein Recht auf Schuldnerberatung für alle Betroffenen. Ziel der gemeinnützigen Schuldnerberatung ist es, die finanzielle und persönliche Lebenssituation der Klienten zu verbessern, wobei nicht zwangsläufig eine vollständige Entschuldung angestrebt wird. Ratsuchende können Beratungen nach telefonischer Terminvereinbarung in Anspruch nehmen, müssen jedoch mit Wartezeiten rechnen, die mehrere Monate betragen können.
Für weitere Informationen zur Schuldnerberatung und deren Angeboten besuchen Sie [Kreiszeitung](https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/rotenburg-ort120515/raus-aus-den-schulden-neuer-berater-beim-diakonischen-werk-rotenburg-93600396.html) sowie [Diakonie](https://www.diakonie.de/wissen-kompakt-schuldnerberatung).