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Neues Leben für Demenzkranke: Caritas-Klinik setzt auf Kunst und Schulung

In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, wobei zwei Drittel davon an Alzheimer leiden. Diese Diagnose stellt sowohl Betroffene als auch Angehörige vor erhebliche Herausforderungen, wie die MAZ-online berichtet. Um die Situation zu verbessern, startet am 1. April in der geriatrischen Caritas-Klinik St. Marien in Brandenburg an der Havel eine kostenlose Schulung für Angehörige von Menschen mit Demenz, die sich auf die Entlastung der pflegenden Angehörigen konzentriert.

Ein zusätzliches Augenmerk liegt auf der demenzsensiblen Umgestaltung der Station 5, die in Kooperation mit der Wredowschen Kunstschule realisiert wurde. Schüler der Jahrgänge neun bis elf haben unter professioneller Anleitung an diesem Projekt mitgewirkt. Die Farben und Bilder, die auf der Station verwendet werden, sollen den demenzkranken Patienten Orientierung bieten, da Veränderungen in der Umgebung oft zu Desorientierung, Angst oder Aggression führen können.

Gestaltung und Betreuung in der Klinik

Die neue Station wurde hell gestaltet und lässt sich gut verdunkeln, was den Tag-Nacht-Rhythmus der Patienten unterstützt. Zudem ist die Anordnung der Station im Kreis gehalten, um das Verlaufen der Patienten zu verhindern. Ein- und Ausgänge sind so gestaltet, dass sie nicht als solche erkennbar sind, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten. Unterschiedliche Farben und Bilder, die von Kunstschülern ausgewählt wurden, sind darauf ausgelegt, Erinnerungen zu wecken und einen normalen Alltag zu fördern.

Das multiprofessionelle Team der Klinik kümmert sich um die Patienten nach einem einheitlichen Behandlungspfad. Regelmäßige Fortbildungen für das geschulte Personal sind ebenso vorgesehen, um eine bestmögliche Betreuung der demenzkranken Patienten sicherzustellen.

Alzheimer, die häufigste Form von Demenz, ist eine neurodegenerative Erkrankung, die zu einem Verlust der kognitiven Fähigkeiten führt. Zu den typischen Symptomen gehören Gedächtnisverlust, Denkstörungen sowie Veränderungen im Verhalten und in der Persönlichkeit. Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft lebten Ende 2021 in Deutschland etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, wobei die Mehrheit von Alzheimer betroffen ist. Das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, steigt vor allem ab dem Alter von 65 Jahren, wobei Frauen statistisch gesehen häufiger betroffen sind, wie pflege.de vermerkt.