
Der Landkreis Gifhorn sieht sich aktuell einem massiven Shitstorm im Internet gegenüber. Anlass hierfür ist die Vorstellung eines neuen Corporate Designs, das Landrat Tobias Heilmann am Mittwoch präsentierte. Die neue Gestaltung, die in Gelb und Blau gehalten ist, erregte in sozialen Medien viel Spott und Ablehnung.
Die Kritik richtet sich vor allem an der als „optische Überarbeitung“ beschriebenen Neugestaltung der Website, die als „moderne Gestaltung“ mit klarer Struktur beworben wird. Nutzer äußern sich in sozialen Netzwerken negativ zu dem neuen Design und verwenden Begriffe wie „Grottenschlecht“ und „Furchtbar hässlich“. Der Landkreis erklärt, dass die Änderungen eine Weiterentwicklung des Wappens aus dem Jahr 1929 darstellen, welches den modernen Bedürfnissen angepasst wurde, während das historische Wappen im hoheitlichen Kontext beibehalten wird.
Politische Reaktionen und weitere Details
Die politischen Reaktionen auf das neue Corporate Design fallen unterschiedlich aus. Während einige Kreistagsabgeordnete äußern, dass sie nicht in den Prozess eingebunden wurden, fordert Telse Dirksmeyer-Vielhauer von der CDU Nachbesserungen, da sie Informationen über die Änderungen zuerst via Social Media erhielt. Friedrich Lührs von der FDP zeigt sich allerdings positiv gegenüber dem neuen Design und hebt die verbesserte Lesbarkeit hervor. Christian Schroeder von den Grünen bezeichnet die Entscheidung zur Erneuerung der Website als Verwaltungsangelegenheit, während Ottmar Bartels von der SPD angibt, dass ihn die Gestaltung nicht interessiere, er aber die Notwendigkeit sehe, den Kreistag zuvor zu informieren.
Der Landkreis erklärt zudem, dass die alte Website den Anforderungen der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung nicht entsprach. Ein Kreistagsbeschluss war für die Umgestaltung nicht erforderlich, da das bekannte Wappen seine Gültigkeit behält. Das neue „Markenlogo“ präsentiert sich in Gelb statt Gold und zeigt einen blauen Löwen, Horn und Herz. Stefan Marzischewski-Drewes von der AfD kritisiert die neue Website als eine Abweichung von der Hauptsatzung und fordert den Landrat auf, sich daran zu halten. Zudem droht die AfD-Kreistagsfraktion mit rechtlichen Schritten, falls dies nicht geschieht. Eine Anfrage zu den Kosten der Umgestaltung der Website und des Wappens wurde ebenfalls beim Landkreis eingereicht.
Zur zeitlichen Einordnung der Diskussionen um ein Corporate Design ist zu erwähnen, dass die Stadt Gifhorn bereits im Jahr 2015 ihr Logo neu interpretierte, um das Erscheinungsbild zu vereinheitlichen. Dieses Logo zeigt einen stilisierten Löwen und wurde so gestaltet, dass es einen hohen Wiedererkennungseffekt erzielt. Das Stadtwappen bleibt weiterhin das Hoheitszeichen der Stadt und wird auf offiziellen Dokumenten verwendet, während jede Nutzung durch Dritte nur mit schriftlicher Genehmigung erlaubt ist, wie [Stadt Gifhorn](https://www.stadt-gifhorn.de/leben-in-gifhorn/stadtportrait/corporate-design) berichtet.