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Zunahme häuslicher Gewalt: Polizei zählt alarmierende Fälle in Niedersachsen!

Die Kriminalstatistik für 2024 zeigt eine besorgniserregende Entwicklung in Niedersachsen, insbesondere in den Landkreisen Aurich und Wittmund. Laut den jüngsten Berichten hat die Gewalt gegen Einsatzkräfte zugenommen. Der Leiter der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund, Stephan Zwerg, äußert sich zu einer aggressiveren Grundstimmung in der Gesellschaft, was sich in einem Anstieg der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit widerspiegelt. Im Jahr 2024 wurden 2.702 solche Taten registriert, was 43 Fällen weniger als im Vorjahr entspricht. Dennoch ist die Zahl der Angriffe auf Polizeibeamte stark gestiegen: 316 Beamte wurden 2024 Opfer von Übergriffen, während es im Jahr 2023 nur 222 waren. Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich die Anzahl der Übergriffe im Fünf-Jahres-Vergleich fast verdoppelt hat.

Ein erheblicheres Problem stellt die zunehmende Zahl von Verletzungen bei Beamten dar, die häufig von Personen mit psychischen Erkrankungen oder im Kontext häuslicher Gewalt ausgehen. Zwerg macht deutlich, dass die Polizei Bedenken hinsichtlich potenzieller Gefahren für die Einsatzkräfte aufgrund psychischer Erkrankungen hegt. Zudem ist Wahreheit dahingehend alarmierend, dass etwa ein Drittel der Opfer häuslicher Gewalt männlich ist, doch es mangelt an Hilfsangeboten für diese Männern. Viele scheuen sich, Straftaten anzuzeigen, und eine statistische Erfassung der Tätergeschlechter im häuslichen Gewaltkontext fehlt.

Häusliche Gewalt in Niedersachsen

Ein genereller Anstieg der häuslichen Gewalt wird ebenfalls in den gesamten Statistiken für Niedersachsen deutlich. Im Jahr 2024 wurden der Polizei 32.545 Einsätze wegen häuslicher Gewalt gemeldet, was eine Steigerung von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Besorgniserregend ist auch die Tatsache, dass 29 Frauen in einem Zusammenhang mit häuslicher Gewalt ums Leben kamen und 54 versuchte Tötungen registriert wurden. Die Anzahl schwerer oder gefährlicher Körperverletzungen belief sich auf 3.320. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) betont, dass der gefährlichste Ort für Frauen oft das eigene Zuhause ist.

Die Zunahme der fallzahlen wird jedoch teilweise als positiv wahrgenommen. Kriminologe Thomas Bliesener hebt hervor, dass immer mehr Menschen den Mut finden, Anzeigen zu erstatten. Auf der anderen Seite fordert die CDU die Einführung elektronischer Fußfesseln für Täter häuslicher Gewalt, während in Wolfenbüttel eine Beratungsstelle für Täter gegründet wurde, um Männern zu helfen, die sich ändern wollen. Es gibt jedoch nur elf staatlich geförderte Beratungsstellen in Niedersachsen, was zu langen Wartelisten führt. In Hannover müssen Männer bis zu drei Monate und in Hildesheim über sechs Monate auf einen Platz in einer Gruppe warten. In diesem Kontext ist anzumerken, dass Frauen und Mädchen in 70,5 Prozent der Fälle von häuslicher Gewalt betroffen sind, was die Relevanz dieses Themas unterstreicht.