
Im Luisenhospital Aachen führte eine Brandstiftung vor einem Jahr zu einem verheerenden Millionenschaden. Laut einem Bericht des Kölner Stadt-Anzeiger wurde ein Operationssaal vollständig zerstört, während der gesamte OP-Trakt kontaminiert wurde. Die durch das Löschwasser und den Ruß verursachten Schäden machen die Intensivstation, die mit teuren Geräten ausgestattet ist, unbenutzbar. Der Vorstandsvorsitzende Ralf Wenzel betont, dass der Wiederaufbau des Krankenhauses voraussichtlich Jahre in Anspruch nehmen wird.
Der Gesamtschaden für Gebäude und Inventar beträgt über 25 Millionen Euro. Darüber hinaus belaufen sich die Einnahmeausfälle aus Behandlungen auf fünf Millionen Euro, da ein OP-Saal nicht mehr verwendet werden kann. Mit über 1.500 Mitarbeitern sieht sich das Krankenhaus einem „finanziellen Desaster“ gegenüber. Um solchen Vorfällen künftig besser begegnen zu können, beschloss der nordrhein-westfälische Landtag eine Gesetzesänderung, die eine kurzfristige finanzielle Hilfe für Krankenhäuser in unvorhergesehenen Situationen vorsieht. Diese Unterstützung soll auch vor der Zahlung von Versicherungen bereitgestellt werden.
Urteil gegen die Brandstifterin
Am 11. Oktober 2024 wurde die 66-jährige Jasmin L. vom Landgericht Aachen zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Bericht von t-online beschreibt, dass sie wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit Brandstiftung, Nötigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt wurde. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von elf Jahren gefordert, während der Verteidiger für eine Strafe von sechs bis neun Jahren ohne Sicherheitsverwahrung plädierte. Das Gericht wird die Sicherheitsverwahrung jedoch noch vor einem Schwurgericht verhandeln müssen.
Jasmin L. zeigte sich während der Verhandlung einsichtig und geständig. Sie äußerte Bedauern über ihre Taten und entschuldigte sich bei den Geschädigten. Am 4. März 2024 zündete sie an mehreren Stellen im Luisenhospital Feuer und verschanze sich anschließend in einem Raum, wo sie angab, einen Polizeieinsatz provozieren und von einem Polizisten erschossen werden zu wollen. In ihrem Fahrzeug wurden mehrere Abschiedsbriefe gefunden, in denen sie erklärte, dem Krankenhaus eine Lektion erteilen zu wollen. Der Sachschaden für die Klinik beträgt über 25 Millionen Euro, mit zusätzlichen fünf Millionen Euro durch Einnahmeausfälle. Der vorsitzende Richter Markus Vogt sprach über Jasmin L.s schwierige Lebensgeschichte, die von Drogenkonsum und fehlenden sozialen Beziehungen geprägt ist. Ihr Handeln wurde nicht als spontan, sondern als lange geplant eingestuft.