
Die Bauarbeiten an der Knappenstraße zwischen Speckenbruch und Polderstraße verzögern sich, wie wir-lieben-bottrop.de berichtet. Grund für die Verzögerungen sind unerwartete Funde während der Tiefbauarbeiten, darunter unterirdische Einbauten, die nicht in den ursprünglichen Plänen verzeichnet waren. Unter anderem wurde ein Kanalrohr mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern entdeckt, das nun als „Leerrohr“ für die Verlegung von Stromkabeln genutzt werden kann. Die Stadtverwaltung rechnet mit einem Abschluss der Arbeiten bis Ende April.
Die ursprüngliche Durchpressung unter der Bahn-Trasse konnte nicht erfolgen; stattdessen erweist sich das gefundene Kanalrohr als geeignet für die Durchführung weiterer Leitungen. Obwohl die Verlegung einer neuen Gasleitung durch das alte Kanalrohr ursprünglich nicht im Vertrag enthalten war, hält die EVNG diese Möglichkeit für vorteilhaft, um spätere Beeinträchtigungen zu vermeiden. Die Bauarbeiten sind notwendig für die Installation zusätzlicher Erdkabel, die für die Energieversorgung des Pumpwerks an der Boye benötigt werden. Das Pumpwerk der Emschergenossenschaft spielt eine entscheidende Rolle beim Schutz des Stadtteils Boy sowie der B 224 und anderen Gebieten bis nach Gladbeck, insbesondere im Hinblick auf Starkregen und Hochwasser.
Renaturierung der Emscher
Zusätzlich führt die Emschergenossenschaft Baugrunderkundungen entlang eines vier Kilometer langen Abschnitts der Emscher in Castrop-Rauxel durch, wie grundrichtig.de berichtet. Diese Maßnahmen sind Teil der Vorbereitungen zur Renaturierung des Flusses und erstrecken sich vom Hochwasserrückhaltebecken Emscher-Auen in Ickern bis zum Wasserkreuz in Henrichenburg. Die Emscher wurde über 150 Jahre lang als offener Abwasserlauf genutzt und die Umgestaltung begann im Jahr 1992 mit dem Ziel, den Fluss von seiner Schmutzfracht zu befreien.
Das Emscher-Umbauprojekt, das bis Ende 2021 abgeschlossen wurde, umfasste den Bau von vier Großkläranlagen und die Verlegung von über 430 Kilometern unterirdischen Abwasserkanälen, wobei die Emschergenossenschaft rund 5,5 Milliarden Euro investierte. Aktuell konzentrieren sich die Probenahmen auf die Sohle der Emscher, um einen Überblick über die Sedimentablagerungen der letzten Jahrzehnte zu gewinnen, wobei die Arbeiten zur Probenahme bis zum Ende der Woche abgeschlossen sein sollen.